Graz testet Gratis-WLAN zur Beruhigung in der Bim

27. Jänner 2016, 18:09
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Die Stadt testet kostenloses WLAN in öffentlichen Verkehrsmitteln als Mittel gegen Gewalt

Graz – Die Idee kam aus Deutschland. Dort bot ein Busunternehmen als Service für die Gäste Gratis-WLAN in ihren Bussen an. Das ergab einen unerwarteten Nebeneffekt: Die Zahl der Sachbeschädigungen in den Fahrzeugen sank rapide ab. "Der Vandalismus tendierte gegen null", wird Betriebsleiter Jochen Maier in dem WAZ-Portal derwesten.at zitiert.

Der Grazer Gemeinderat Philip Pacanda von der Piratenpartei hatte vom deutschen Modellfall erfahren und stellte im Gemeinderat prompt den Antrag, dass auch in den Öffis der steirischen Landeshauptstadt Gratis-WLAN angeboten werden sollte. Immerhin entstünden "durch Vandalismus jährliche Schäden in der Höhe von etwa 55.000 Euro". Pacanda schlägt vor, kostenlose Internetzugänge vorerst auf ausgesuchten längeren Strecken zu testen, denn hier seien die meisten Sachbeschädigungen registriert worden. Im Erfolgsfall solle die Aktion flächendeckend auf das ganze Grazer Öffi-Netz ausgedehnt werden.

Testlauf im Spätsommer

Der Antrag Pacandas wurde im letzten Gemeinderat einstimmig angenommen. Die Holding Graz, zu der auch die Verkehrsbetriebe gehören, hat bereits begonnen, Angebote einzuholen. "Wir können daher wahrscheinlich erst im Spätsommer mit einen Testlauf beginnen. Wir müssen auch noch die unterschiedlichen technischen Voraussetzungen in den Bussen und Straßenbahnen prüfen. Die Idee ist in jedem Fall interessant", sagt Konzernsprecher Gerald Pichler, gibt aber zu bedenken, dass auch noch die Frage geklärt werden müsse, ob überhaupt noch ein Bedarf an einem kostenlosen Internetzugang bestehe, da ein Großteil der Fahrgäste wahrscheinlich ohnehin permanent mit dem Handy online verbunden sei.

Gratis-WLAN in allen Straßenbahnen bietet die Stadt Linz schon seit 2013 an. Man habe das aber als reines Serviceangebot für die Fahrgäste installiert, heißt es bei der Linz AG Linien. Ob damit Sachbeschädigungen verhindert werden konnten, sei nicht untersucht worden. (Walter Müller, 27.1.2016)

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    foto: standard/gubisch
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