Haute Couture in Paris: Rauchende Diven und freie Schultern

28. Jänner 2016, 11:26
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Tiefe Schlitze, freigelegte Schultern, Kordeln um den Körper: Die Haute Couture, die in Paris Mittwochabend zu Ende ging, zeigte, dass sie nicht nur große Roben kann

foto: apa/afp/miguel medina

Vielleicht ließ sich Versace ja schon von der Aussicht auf die Sommerspiele in Rio anregen. Die knappen Kleider ein asymmetrisches Stückwerk, das scheinbar nur von Kordeln zusammengehalten wurde. Der Fleckerlteppich umarmte die Körper der Models. Und ließ dank rasanter Cut Outs freie Sicht auf Hüften, Taillen, Beine.

foto: apa/afp/miguel medina

Wenn Armani Privé mit dieser Show nicht dafür sorgt, dass die roten Teppiche demnächst in Mauve erstrahlen und von Volants geziert werden. Denn die säumen Oberteile, schließen transparente Hosen ab, schmücken gar die Seitennähte von Hosen. Eine Kollektion, federleicht, von oben bis unten schimmernd, mit dem gewissen femininen Dreh – und selbstverständlich blitzlichttauglich.

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Die erste Couture-Show von Dior ohne Chefdesigner Raf Simons, da schauten alle ganz genau hin. Weil die kreative Nachfolge bislang noch nicht geklärt ist, zeigte sich diesmal das junge Designteam mit seinen Vertretern Serge Ruffieux und Lucie Meier nach der Präsentation im Musée Rodin. Die Dior-Show war vor großen Überraschungen und allzu Innovativem gefeit: freigelegte Schultern, geschlitzte Röcke und Ärmel, bestickte und geschlitzte Variationen des "Bar-Jackets". Umso spannender bleibt die Frage, mit wem es an der kreativen Spitze weitergeht.

foto: apa/afp/miguel medina

Jean Paul Gaultier, das Enfant terrible der Modewelt, hat sich 2014 vom Prêt-à-porter verabschiedet. Seine Couture-Show bediente umso mehr das erwartbar exzentrische Gaultier-Image. Inspiration war der legendäre Pariser Nachtclub "Le Palace": lauter starke Frauen auf dem Laufsteg, rauchende, Champagner schlürfende Diven und drumherum das ganz große textile Theater: beschleifte Rücken, golden schimmernde Kleider, flatternde Schleppen.

foto: apa/afp/miguel medina

Im Pariser Hôtel Salomon de Rothschild brachten Maria Grazia Chiuri und Pierpaolo Piccioli bei Valentino Ost und West zusammen: bodenlange Kleider – mal aus plissiertem oder patiniertem Samt, mal aus hauchdünnen transparenten Lagen. Die Models liefen barfuß über Blütenblätter, trugen Ketten um Oberkörper und Füße. Um die Köpfe der Models schlängelte sich der Schmuck von Harumi Klossowska de Rola. (Anne Feldkamp, 28.1.2016)

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