Museum für angewandte Kunst: Handwerk, Erotik und Friedrich Kiesler

26. Jänner 2016, 16:09
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Das Jahr 2016 im Museum für angewandte Kunst

Wien – Sie suchen einen guten Schuster? Schauen Sie doch nächsten Winter einmal im Museum für angewandte Kunst (Mak) vorbei. Denn es ist so weit: Das gute alte Handwerk, das mit dem goldenen Boden, ist bereits in solche Ferne geglitten, dass wir uns ihm über das Museum wieder neu annähern müssen.

Jedenfalls widmet das Museum dem traditionellen, nachhaltigen und obendrein ressourcenschonenden Potenzial des Handwerks heuer eine Ausstellung – inklusive einer Live-Werkstatt mit Handwerkern, die längst in die Pension verschwunden waren. "Menschen wollen eine neue Haptik im Ausgleich zu den digitalen Vergnügungen", analysierte Mak-Chef Christoph Thun-Hohenstein das erwachte Interesse an alten Traditionen. Mit dem Projekt will man Reflexionen zu Bedeutung und Wertschätzung des Handwerks anstoßen.

Zu den Highlights des Jahres, mit denen Thun-Hohenstein das Besucherplus von 44 Prozent von 2015 zu halten gedenkt, zählt definitiv die umfassende Personale (ab 15. 6.) zum österreichischen Avantgardisten, Künstler, Architekten und Designer Friedrich Kiesler (1890-1965). Mit ihm wird nach Josef Frank ein weiterer Visionär der Wiener Moderne gewürdigt. Mit "Erotik statt platter Pornografie" wird die Schau Shunga. Erotische Kunst aus Japan (ab 12. 10.) punkten können. Die Farbholzschnitte der Ukiyo-e-Künstler fanden einst trotz Verbots breiten Absatz. (kafe, 27.1.2016)

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