Schwebender Bonsai sorgt für Crowdfunding-Ansturm

26. Jänner 2016, 14:55
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Magnetische Basis und metallische Kugel lassen Pflanzen in der Luft rotieren

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter greift der grüne Daumen um sich. Ein Projekt namens "Air Bonsai" sorgt derzeit für regen Ansturm. Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich um eine Installation, die eine Bonsaipflanze schweben lässt. Entwickelt wurde sie von Hikaru Hoshi und Masanori Imayoshi, die das Atelier Hoshinchu auf der südjapanischen Insel Kyushu betreiben.

Magnetismus lässt Bonsai schweben

Das Prinzip hinter dem Gerät, ist einfacher Magnetismus. Die Basis enthält einen Magneten, die Pflanze selbst – üblicherweise ein klein gezogener Baum oder Strauch – wird auf einem mit Moos umhüllten Erd- oder Schwammball ("Little Star") gepflanzt, in dem eine Metallkugel steckt.

Diese soll, dem Prinzip der Abstoßung von zwei gleichen Polen folgend, zwei Zentimeter über dem Untergrund schweben. Es soll auch möglich sein, die dabei rotieren zu lassen. Die Stabilität des Naturkunstwerks hängt letzlich vom Wachstum und den Beschneidungskünsten des Hobbygärtners ab.

Finanzierungs-Ziel in wenigen Tagen vervierfacht

Das Konzept, für das man bereits den Videobeweis erbracht hat, hat in kurzer Zeit viele Anhänger gefunden. Angetreten mit einem Finanzierungsziel von 80.000 Dollar, hat das japanische Projekt binnen fünf Tagen schon mehr als 320.000 gesammelt. Die Analyseplattform Kicktraq weist in ihrer Trendberechnung aus, dass Air Bonsai über zwei Millionen Dollar einnehmen könnte, wenn die Schwarmfinanzierung am 1. März endet.

Ganz günstig ist die Anschaffung des botanischen Prestigeobjekts allerdings nicht. Ein einfaches Set mit Basis und Ball schlägt mit 230 Dollar zu Buche. Nach Österreich werden zudem 40 Dollar für den Versand fällig. Im Mai soll die Fertigung der Einzelteile beginnen, der Zusammenbau der soll schließlich im Juli erfolgen. Die Hersteller rechnen damit, im August mit der Auslieferung starten zu können.

Aufgrund von geltenden Export- und Quarantänebestimmungen sollen Unterstützer die Pflanzen von Anbietern in ihrem Heimatland erhalten.

Verzögerungsrisiko

Die Entwicklung des Air Bonsai macht, so zeigen zumindest die Video, einen weit fortgeschrittenen Eindruck. Auf technischer Ebene scheint der Verwirklichung also nur noch wenig entgegen zu stehen.

Verzögerungen könnten allerdings bei der Erarbeitung notwendiger Kooperationen für die Bereitstellung von Bonsaipflanzen auftreten, ein Aspekt den die Betreiber auch selbst erwähnen. Ganz risikofrei ist das Vorhaben, wie bei Crowdfunding üblich, aber natürlich nicht. (gpi, 26.01.2016)

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