Verwertung der Zielpunkt-Filialen im Gang

26. Jänner 2016, 14:32
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Einem Bericht wonach sich die Verwertung der Zielpunkt-Filialen verzögert, widersprechen Pfeiffer-Chef und Masseverwalter unisono

Wien – Die Verwertung der Filialen der insolventen Lebensmittelkette Zielpunkt verzögere sich, hatte die Wiener Zeitung berichtet. Ex-Chef Georg Pfeiffer mische als Eigentümer der Immobilien bei der Vergabe mit und wolle das Maximum bei Kaufpreisen und Mieterlösen herausholen. Der oberösterreichische Unternehmer kaufte Zielpunkt 2014, Ende November 2015 schickte er die Handelskette in Konkurs.

Nun sei Pfeiffer dabei, die erworbenen Liegenschaften zu verwerten. Da die Pfeiffer GmbH nichts mehr mit Zielpunkt zu tun habe, steuere der Unternehmer nun die Vergabe über die Mietbedingungen für künftige Betreiber mit, so die Zeitung. Der ursprüngliche Zeitplan, bis Ende Jänner über die Vergabe zu entscheiden, sei nicht mehr zu halten.

Pfeiffer-Chef widerspricht

Stimmt nicht, kontert der Geschäftsführer der oberösterreichischen Pfeiffer Holding, Erich Schönleitner gegenüber der APA: "Die Verfahrensdauer kommt aus der Anmeldung und der Prüfphase bei der Bundeswettbewerbsbehörde heraus – das ist der normale Prozess." Für 68 der ursprünglich 229 Zielpunktfilialen würden derzeit neue Mieter gesucht. "Das Ziel ist jetzt, die drohenden Leerstände nach der Zielpunkt-Insolvenz durch bestmögliche Vermietung abzufedern", so Schönleitner. Es werde schwierig sein, Mieter zu finden, die auf die bisherige Mietdauer und -höhe einsteigen. "Die bisherigen Mietkonditionen wird es wohl nicht mehr geben." In den nächsten Wochen soll alles abgewickelt sein, schätzt der Firmenchef.

Auch Masseverwalter Georg Freimüller spricht von planmäßigem Verlauf: ""Es gibt ein gutes Einvernehmen mit der Pfeiffer-Gruppe bei der Verwertung der Standorte und bei der Abstimmung." "Für einen Teil der 68 von Zielpunkt angemieteten Filialen, für rund 27 Standorte, haben wir der Pfeiffer-Gruppe Nachmieter vorgeschlagen und mit einem Großteil gibt es eine Einigung zur Übernahme der Standorte", berichtete der Masseverwalter. "Die anderen muss die Trei Real Estate als Vermieter verwerten, weil wir die Standorte aufgeben – da ist nichts Böses dahinter und das wird auch nicht leicht sein", so Freimüller. "Die Vermutung, dass die da ein Geschäft machen, ist völlig aus der Luft gegriffen", sagt der Rechtsanwalt.

Keine unplanmäßigen Verzögerungen

Eine gewisse zeitliche Verzögerung bei der Verwertung der Zielpunkt-Filialen sei der Einreichung bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) geschuldet, so der Masseverwalter. "Das haben wir aber miteingerechnet." Es gebe keine unplanmäßigen Verzögerungen. "Die großen Anbieter werden ihre Anmeldungen bei der BWB diese Woche abschließen", erwartet Freimüller. Auch mit dieser Behörde gebe es ein gutes Einvernehmen und eine gute Kooperation bei der Abwicklung.

Von 232 Zielpunkt-Filialen werden nur 120 übernommen. Die Handelsketten Rewe, Spar, Hofer, Denn's und Lidl haben bereits Interesse bekundet. Das Closing für die Übernahme von 76 Standorten soll Ende nächster Woche stattfinden. Es gibt teils Kauf- und teils Mietinteresse.

Versteigerung der Inneneinrichtung

Die 112 Filialen, die keinen Interessenten fanden, werden nun in Auktionen bis Ende Februar versteigert. Dabei gehe es vor allem um die Inneneinrichtung, aber auch um die Nutzung der Zweigstelle insgesamt. Wenn Ketten wie McDonald's höhere Mieten für ein Objekt bezahlten, schauten die Handelsketten durch die Finger, heißt es in der Zeitung. Gut für Georg Pfeiffer, bedeutungslos für die Konkursmasse – die Gläubiger des insolventen Unternehmens haben nichts davon. Die größten Gläubiger von Zielpunkt sind die eigenen Mitarbeiter mit ihren Gehaltsansprüchen.

Für Pfeiffer stellt sich der Konkurs laut "Wiener Zeitung" als "großes Immobiliengeschäft" heraus. Erst Anfang November hatte er 68 Zielpunkt-Filialen vom damaligen deutschen Eigentümer Tengelmann gekauft. Zu diesem Zeitpunkt habe er nach eigenen Angaben noch nicht gewusst, dass er die Finanzierung von Zielpunkt Ende November einstellen würde. (APA, 26.1.2016)

Hier geht es zum Auktionshaus Roucka & Schuster, das sich um die Versteigerung der Zielpunkt-Einrichtungsgegenstände kümmert.

  • Von 232 Zielpunkt-Filialen werden nur 120 übernommen. Rewe, Spar, Hofer, Denn's und Lidl haben bereits Interesse bekundet. Das Closing für die Übernahme von 76 Standorten soll Ende nächster Woche stattfinden
    foto: apa/pfarrhofer

    Von 232 Zielpunkt-Filialen werden nur 120 übernommen. Rewe, Spar, Hofer, Denn's und Lidl haben bereits Interesse bekundet. Das Closing für die Übernahme von 76 Standorten soll Ende nächster Woche stattfinden

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