WHO befürchtet weitere Ausbreitung des Zika-Virus in Amerika

26. Jänner 2016, 10:06
1 Posting

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt davor, dass sich das Zika-Virus in 53 der 55 Länder Amerikas ausbreiten könnte

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet eine weitere Ausbreitung des Zika-Virus auf dem amerikanischen Kontinent. Letztlich könnte sich das Virus, das für Fehlbildungen bei Babys verantwortlich gemacht wird, in alle Länder mit Ausnahme von Chile und Kanada ausbreiten, warnt die UN-Organisation.

Das Virus, das von Mücken übertragen wird, ist bereits in 21 der 55 Länder des Kontinents nachgewiesen worden. Da die Gelbfiebermücke, die neben Gelbfieber auch das Zika-Virus überträgt, aber in allen Ländern außer Kanada und Chile zu finden sei, ist eine rasche weitere Ausbreitung zu befürchten, betont die WHO. Da die Menschen dem Virus nicht ausgesetzt waren, bevor dieses im vergangenen Mai in Brasilien auftrat, hätten sie keine Antikörper bilden können, was die Ausbreitung des Virus erleichtere.

Anstieg von Fehlbildungen bei Neugeborenen

Die WHO-Direktorin Margaret Chan erklärte, die drohende Ausbreitung des Virus sei sehr besorgniserregend, insbesondere im Hinblick auf den vermuteten Zusammenhang zwischen einer Zika-Infektion in der Schwangerschaft und der Geburt von Babys mit ungewöhnlich kleinem Kopf (Mikrozephalie). Zwar sei ein solcher Zusammenhang nicht bestätigt, doch gebe es starke Hinweise darauf.

Das Zika-Virus grassiert derzeit in Südamerika. Es führt bei rund 20 Prozent der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich. Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es zu Fehlbildungen führen kann. Allein in Brasilien wurden seit Oktober 3.893 Neugeborene mit Mikrozephalie registriert – für gewöhnlich sind es 160 pro Jahr.

Soldaten gegen Stechmücken

Im Kampf gegen die Ausbreitung des von Mücken übertragenen Zika-Virus will Brasilien nun bis zu 220.000 Soldaten einsetzen. Wie Gesundheitsminister Marcelo Castro am Montagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur Agência Brasil mitteilte, sollen am 13. Februar die Soldaten in besonders betroffenen Gebieten von Haus zu Haus gehen, und bei der Bekämpfung der Moskitoart Aedes aegypti helfen.

"Seit 30 Jahren gibt es diese Moskitos im Land und wir haben es nicht geschafft, sie zu eliminieren", betonte Castro. Als weitere Maßnahme sollen rund 400.000 schwangere Frauen aus ärmeren Schichten, die Sozialleistungen im Rahmen des Programms "Bolsa Familia" bekommen, Moskitoschutzmittel erhalten. (APA, AFP, dpa, 26.1.2016)

  • Das Zika-Virus, das von Mücken wie Aedes aegypti übertragen wird, konnte bereits in 21 der 55 Länder des amerikanischen Kontinents nachgewiesen werden.
    foto: apa/afp/luis robayo

    Das Zika-Virus, das von Mücken wie Aedes aegypti übertragen wird, konnte bereits in 21 der 55 Länder des amerikanischen Kontinents nachgewiesen werden.

Share if you care.