Warum das Apple-Auto alles andere als fix ist

26. Jänner 2016, 08:36
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Experten berichten von großen Hürden, die Apple überwinden muss – der Bedarf am iCar ist fraglich

Schon seit über einem Jahr geistern Gerüchte durch die IT-Branche, denen zufolge Apple an einem eigenen Auto arbeiten soll. Offiziell bestätigt wurde nichts, doch renommierte Medien wie das "Wall Street Journal" haben mehrmals über interne Entwicklungen bei Apple berichtet. Auch die Rekrutierung von unzähligen Mitarbeitern großer Autohersteller soll für ein iCar-Projekt sprechen. Mit dem Abgang des mutmaßlichen Autoentwicklungs-Chefs Steve Zadesky rückt das Apple-Auto nun wieder in den Fokus der Berichterstattung.

Interner Zwist

Die Nachforschungen und Analysen von Branchenexperten legen allerdings nahe, dass Apple in der Entwicklung des Autos stolpert. So soll es interne Streitigkeiten um die Richtung des Projekts geben, Design-Chef Jony Ive liegt angeblich im Clinch mit Designern der Auto-Abteilung. Wie Business Insider bemerkt, sind die angeworbenen Mitarbeiter bei Apple allesamt keine Schwergewichte: Einzig der ehemalige Chrysler-Manager Doug Betts war tatsächlich in einer Top-Position bei einem Autohersteller tätig. Doch Betts' Leistungen bei Chrysler waren alles andere als positiv, die Autos des US-Herstellers galten regelmäßig als mau und nicht zufriedenstellend.

Unklare Strategie

Auch strategisch dürfte es Zwist geben. Als sicher gilt, dass Apple – wenn es ein Auto plant – ein elektrisches Auto plant. Die Entwicklung am Automarkt geht momentan allerdings eher in eine andere Richtung, E-Autos gelten nach wie vor als Nebenbaustelle. Dazu kommt, dass Tesla diese Nische gut besetzt und marketingtechnisch ein ähnlich gutes Image wie Apple besitzt.

Marketing-Probleme

Weiters ist unklar, in welcher Preiskategorie Apple sein Auto ansetzen würde. Die Autobranche unterscheidet sich hier doch signifikant von der Elektronikbranche. So sind Apple-Produkte bislang vergleichsweise kostspielig, aber für viele Menschen leistbar – klar, liegen die iPhone-Preise doch unter 1.000 Euro. Ein Auto ist hingegen ein Produkt, auf das Menschen jahrelang sparen. Um weiterhin in der vermeintlichen Luxusklasse zu bleiben, müsste Apple mit BMW oder Mercedes konkurrieren. Dann wäre es aber unmöglich, eine große Menge der iCars abzusetzen. Ein günstigeres Produkt könnte hingegen schlecht für das Image sein.

Hürden

Die Vorstellung eines Apple-Autos ist also durchaus mit vielen Fragezeichen verbunden. Es könnte durchaus sein, dass der IT-Konzern zwar Prototypen entwickelt, diese aber dann wieder verwirft. Strategisch Sinn ergeben die Rekrutierungen ehemaliger Mitarbeiter von Autoherstellern jedenfalls auch ohne eigenes Auto: Denn Apple versucht, auf das Interface anderer Hersteller zu gelangen. (red, 26.1.2016)

  • Apple versucht schon jetzt, auf das Interface "fremder" Autos zu gelangen
    foto: ap

    Apple versucht schon jetzt, auf das Interface "fremder" Autos zu gelangen

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