Großglockner Hochalpenstraße ist Anwärter auf Unesco-Welterbe

25. Jänner 2016, 17:50
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Betreibergesellschaft GROHAG steht umfangreicher Einreichprozess bevor – Welterbe-Status frühestens im Sommer 2018

Bruck/Glocknerstraße/Heiligenblut – Die Großglockner Hochalpenstraße ist auf Antrag der Republik Österreich am 12. Jänner in die offizielle Vorschlagsliste der Welterbekonvention aufgenommen worden. Bis die 48 Kilometer lange Panoramastraße zwischen Salzburg und Kärnten möglicherweise einmal zum Unesco-Weltkulturerbe wird, ist es aber noch ein langer Weg. Läuft alles nach Plan, wäre das frühestens im Sommer 2018 der Fall.

"Die nun erfolgte Nennung ist nur der erste Schritt", sagte Johannes Hörl, Generaldirektor der Großglockner Hochalpenstraßen AG (Grohag) am Montag zur APA. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei erst im vergangenen Sommer erfüllt worden, als die Straße unter Denkmalschutz gestellt wurde. "Ein Monument muss jeweils den höchsten nationalen Schutz genießen, um überhaupt zum Welterbe werden zu können."

Das Unternehmen hat nun bis zum 1. Februar 2017 Zeit, beim Welterbezentrum in Paris einen offiziellen Welterbeantrag zu stellen – samt Managementplan und einem umfangreichen Nominierungsdossier, das unter anderem Angaben zur Geschichte der Straße, ihren "außergewöhnlichen universellen Wert", den Erhaltungszustand, einen Denkmalpflegeplan und zukünftigen Planungen beinhaltet.

Aufnahme frühestens im Sommer 2018

Eine erste Fassung des Dossiers kann bereits im September 2016 in Paris zu einer Prüfung eingereicht werden, ob die enthaltenen Daten vollständig sind. Es besteht dann die Möglichkeit, "nachzubessern". Die Prüfung und Evaluierung eines Welterbeantrags selbst nimmt dann rund 18 Monate in Anspruch. Wird die Großglockner Hochalpenstraße tatsächlich nominiert, würde sie im Sommer 2018 in die Welterbeliste aufgenommen werden.

"Wir erwarten uns von der Aufnahme Auswirkungen im Sinne eines Welterbetourismus. Wir können damit neue Zielgruppen erreichen", erklärte Hörl. Speziell am asiatischen Markt spiele das Etikett Weltkulturerbe eine große Rolle. "Wir haben ein nationales Monument von herausragender internationale Bedeutung. Ein Symbol österreichischer Ingenieurskunst im Ständestaat. Die Großglockner Hochalpenstraße verdient einen anderen Status als alle anderen Straßen, die wir betreiben." Zur Grohag gehören etwa die Gerlos Alpenstraße, die Nockalmstraße, die Villacher Alpenstraße und die Goldeck Panoramastraße.

Wie die Grohag mitteilte, wäre die Großglockner Hochalpenstraße die erste Straße, die das Unesco-Prädikat erhält. "Es gibt auf der Liste keine Straßen, die wegen ihrer Anlage des Landschaftserlebens bzw. -erfahrens aufgenommen wurden. Bei den auf der Welterbeliste vorkommenden Straßen handelt es sich entweder um Teile von Stadtensembles, archäologische Stätten oder Handelsrouten", betonte Bernd Paulowitz, Welterbeberater des Unternehmens.

Österreich ist in der Unesco-Liste bis dato mit neun Welterbestätten vertreten. Dazu zählen die drei historischen Zentren von Salzburg, Wien und Graz, das Schloss Schönbrunn mit seinen Gärten, die Kulturlandschaft Hallstätter See samt Dachstein, die Semmeringbahn, die Wachau und – grenzüberschreitend – die prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen und die Kulturlandschaft Ferto / Neusiedler See. Auf der Unesco-Vorschlagsliste finden sich derzeit 13 Stätten, welche nach Ansicht der Republik für die Auszeichnung als Welterbe geeignet sind – manche davon allerdings schon seit mehr als 20 Jahren. (APA, 25.1.2016)

  • Die Serpentinen auf den Glockner könnten zur zehnten österreichischen Welterbestätte werden.
    foto: apa/großglockner hochalpenstraßen ag

    Die Serpentinen auf den Glockner könnten zur zehnten österreichischen Welterbestätte werden.

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