Unis sollen selbst über Aufnahmegebühren entscheiden

25. Jänner 2016, 14:27
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Uniko verweist auf Autonomie der Universitäten – Wissenschaftsministerium unterstützt Beschluss

Wien – Weil in den vergangenen Jahren zum Teil weniger als die Hälfte der für eine Aufnahmeprüfung angemeldeten Studienbewerber auch zum Test kamen, ziehen die Universitäten nun Konsequenzen. Wegen der mangelnden Antrittsdisziplin sollen künftig schon bei der Anmeldung zu Aufnahmetests Gebühren anfallen.

Die Gebühren, die zwischen 50 und 110 Euro betragen sollen, waren am Montag Thema in der Sitzung der Universitätenkonferenz (Uniko). Einen Beschluss gab es nicht. Ob die Unis eine Gebühr einheben und wie hoch diese sein soll, liege in der Autonomie der Hochschulen, heißt es auf Anfrage des STANDARD. Statt eines bundesweit einheitlichen Vorgehens werden die Unis in den kommenden Tagen selbst darüber entscheiden.

Ministerium unterstützt Entscheidung

Unterstützung bekommt die Uniko vom Wissenschaftsministerium. "Angesichts der fehlenden Verbindlichkeit der Aufnahmeverfahren verstehen wir diesen Schritt", heißt es aus dem Büro von Reinhold Mitterlehner zum STANDARD: "Das Gesetz sieht diese Möglichkeit vor."

Kritik an den geplanten Testgebühren kommt von der SPÖ. Eine Gebühr habe "jedenfalls selektiven Charakter und trifft einmal mehr finanziell schlechtergestellte Studierende", erklärte Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl. Sie appellierte an die Unis, diese Pläne zurückzunehmen.

Neos gegen "Abzocke"

Auch die Neos lehnen eine Aufnahmegebühr ab. Wissenschaftssprecherin Claudia Gamon bezeichnet die Gebühr in einer Aussendung als "Abzocke". "Es scheint so, als wolle man hier auf Kosten der zukünftigen Studierenden ein schnelles Körberlgeld einstreifen, anstatt sich gemeinsam für eine kapazitätsorientierte Studienplatzfinanzierung einzusetzen", sagt sie. Gamon kritisiert auch die Uni Wien, die bereits angekündigt hat, eine Gebühr von 50 Euro zu verlangen. "Dieser Alleingang der Universität Wien ist Ausdruck großer Hilflosigkeit. Es gibt keinen Grund, zukünftige Studierende mit einer Gebühr zu belasten." (Oona Kroisleitner, 25.1.2016)

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