Opel Karl: Kanari- oder Kiwi-Prinzip

4. Februar 2016, 12:06
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Mit dem Karl tummelt sich ein lustiger Opel-Neuzugang in der inzwischen enorm dicht besetzten Stadtautoszene – wo auch der Kia Picanto mitspielt

Wien – Wenn man in den Wochen davor Mini Clubman Cooper S (192 PS) und Opel Corsa OPC (207 PS) testen darf, dann scheint der Weg zum Kleinstwagen vorgezeichnet, und richtig: Da stand er, der gegenüber dem Corsa noch mal 36 cm kürzere Karl. Und ja, zugegeben, die motorische Abrüstung fiel am schwersten, ein Dreizylinder mit 75 PS harrte diesmal des Einsatzes.

Rühren im Getriebe

Außen bunt wie ein Kanarienvogel – laut Blick ins Faktenblatt heißt die Farbe "Kiwi Grün" –, erwies sich der kleinste Opel aber auch sonst als lustig und frech. Nach den 207 OPC-PS ist dabei zwar fleißiges Umrühren in der 5-Gang-Schaltung angesagt und oben herum ist nicht viel los. Aber dafür zerrt nichts in der Lenkung, und in der Stadt, dem Haupteinsatzgebiet solcher Typen, ist man durchaus flott unterwegs.

foto: andreas stockinger
"Kiwi Grün" nennt sich die Farbe, und vermutlich ist eher das Innere der Frucht gemeint als das Äußere von Neuseelands Nationalvogel.

Dessen Namensgebung provozierte erwartungsgemäß den einen oder anderen flotten Spruch bei den an Bord genommenen Passagieren, das war zu erwarten. Nicht zu erwarten waren die Platzverhältnisse – vorn jedenfalls. Da sitzen Pilot und Beifahrerin richtig geräumig. Hier ist alles für traute Zweisamkeit konzipiert. Eng wird es nur, wenn zwei weitere Insassen hinten Platz nehmen und man deshalb mit den Vordersitzen weiter nach vorn rutschen muss, was wir testhalber extra ausprobierten. Sagen wir mal so: Solange man keine weiten Strecken plant, ist das durchaus zuzumuten, und junge Menschen verrenken sich wahrscheinlich auch noch leichter als ältere Herrschaften.

foto: andreas stockinger
Vorne ist ausreichend Platz, zumindest wenn niemand hinten sitzt.

Was man immer findet: jemanden, dem es wegen der Farbe ein Grinsen ins Gesicht treibt – und einen Parkplatz. Muss nicht immer genau in der Reihenfolge sein. Mit 3,68 Metern Länge bleibt der Karl weit unter jenem Viermetermaß, auf das sich die Poloklasse momentan geeinigt zu haben scheint, deshalb der Parkvorteil des Opels.

foto: andreas stockinger
Der Karl ist ein unauffälliger, zeitgemäßer Stadtflitzer.

Etliche direkte Gegner, von VW up! bis Fiat 500, sind zum Teil aber noch kleiner als der Karl. Dessen Kompromiss hinsichtlich Größe und Platzangebot, auch Kofferraum (215 Liter), scheint uns jedoch durchaus schlüssig. Im Auto selbst finden sich vielfältige Verstaumöglichkeiten, sodass wir zusammenfassend sagen würden: Der Karl ist ein intelligenter, moderner und agiler Kleinstwagen. (Stephan-Alexander Krenn, 4.2.2016)

Nachlese:

Opel Karl: Große Väter, kleine Söhne

Smart twinamic: Adieu Aixam, lass stecken, Ligier

Hyundai i10: Für kleine Touristen – und anspruchsvolle Sparer

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Opel

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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