Deutscher Ifo-Index sinkt

25. Jänner 2016, 11:01
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Geschäftsklima im Jänner auf Elf-Monats-Tief gefallen – Manager bewerten vor allem Aussichten schlechter

Berlin – Die deutsche Wirtschaft hat einen Fehlstart ins Jahr 2016 hingelegt: Die Stimmung in ihren Chefetagen trübte sich im Jänner angesichts vieler internationaler Krisenherde überraschend kräftig ein. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel um 1,3 auf 107,3 Punkte und damit auf den niedrigsten Wert seit knapp einem Jahr, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter 7.000 Managern mitteilte.

"Die deutsche Wirtschaft blickt erschrocken ins neue Jahr", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Montag. Befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem leichten Rückgang auf 108,4 Zähler gerechnet.

Dass der wichtigste Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Konjunktur schlechter ausfiel, lag vor allem am sorgenvollen Blick nach vorn. Die Führungskräfte beurteilten die Lage nur einen Tick schlechter, die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate dagegen merklich pessimistischer als zuletzt. Besonders in der Industrie, aber auch in der Baubranche, bei den Dienstleistern und im Einzelhandel verschlechterte sich die Laune der Manager. Nur im Großhandel besserte sie sich.

Verunsicherte Unternehmer

"Die Finanzmärkte verunsichern die Unternehmer", sagte der Chefvolkswirt der Förderbank KfW, Jörg Zeuner, mit Blick auf die jüngsten Turbulenzen an den Aktienbörsen. Aber auch die schwächere Weltwirtschaft macht Sorgen. "Die Schwellenländerkonjunktur ist unverändert schwach", ergänzte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. "Der gesunkene Ölpreis hilft zwar den Binnenbranchen, doch die Exportbranchen leiden unter der gesunkenen Nachfrage der Ölländer." Es wachse die Sorge, dass der geringe Ölpreis auch ein Reflex einer insgesamt schwachen Weltkonjunktur ist.

Der Ifo-Index machte zum Wochenbeginn dem Dax zu schaffen. Der deutsche Leitindex baute seine Verluste leicht aus und notierte 0,4 Prozent tiefer. Sorgen vor einer starken Konjunkturabkühlung in China und einer Destabilisierung der vom Ölpreisverfall geschwächten Förderstaaten wie Russland drücken derzeit weltweit auf die Stimmung. Experten trauen der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr trotzdem ein Wachstum auf dem Vorjahresniveau von 1,7 Prozent zu. Grund ist die gute Kauflaune der Verbraucher, die sich aus der Rekordbeschäftigung, steigenden Löhnen und der Entlastung durch niedrige Energiepreise speist. (APA, Reuters, 25.1.2016)

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