Italien will mehr Geld durch Kulturstätten eintreiben

25. Jänner 2016, 09:24
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Eintrittskarten auch für historische Bibliotheken: Italienischer Kulturminister nimmt sich ÖNB als Vorbild

Rom – Um Kulturausgaben zu finanzieren, will Italien mehr Geld von Touristen eintreiben, die Museen, Bibliotheken und Kirchen besuchen. Nachdem die Regierung beschlossen hat, dass das Pantheon in Rom, eines der am besten erhaltenen Monumente der Antike, demnächst nicht mehr gratis zugänglich sein wird, werden nun auch für historische Bibliotheken Eintrittskarten eingeführt.

Als Vorbild will sich der italienische Kulturminister Dario Franceschini die Österreichische Nationalbibliothek in Wien nehmen. "Einige unserer Bibliotheken sind Orte von unglaublicher Schönheit. Sie bleiben für Studenten und Akademiker kostenlos offen, Touristen sollen dagegen Eintritt zahlen wie in der Wiener Nationalbibliothek", so Franceschini laut der Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag.

Kostenlos aus Prinzip

Das Ministerium plant Ausschreibungen, um Verbänden den Erhalt verlassener Klöster und archäologischer Gelände anzuvertrauen. "Die Ticketeinnahmen sollen zum Erhalt der Monumente dienen", betonte Franceschini. Diese Strategie der Regierung wird von Roms früherem archäologischen Chefaufseher Adriano La Regina kritisiert.

"Eine Kulturstätte sollten aus Prinzip kostenlos zugänglich sein. Wenn Kultur gratis ist, werden sich immer mehr Menschen den Kulturstätten nähern. Das fördert den Tourismus, Italien kann damit mehr Geld eintreiben, das man wiederum in Denkmalschutz investieren kann", sagte La Regina. Die meisten Monumente der Antike in Rom, darunter das Kolosseum, das Forum Romanum und der Palatin, kosten allerdings schon lange Eintritt, lediglich die meisten Kirchen sind frei zugänglich. (APA, 25.1.2016)

  • Das Pantheon wird in Zukunft nicht mehr gratis zu besichtigen sein.
    foto: ap/riccardo de luca

    Das Pantheon wird in Zukunft nicht mehr gratis zu besichtigen sein.

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