Daumen hoch für Stefan Kraft.

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Zakopane – Bis zum 13. Saisonbewerb hat es gedauert, doch nun haben Österreichs Skispringer im Weltcup erstmals zugeschlagen: Stefan Kraft, der zuvor "nur" bei der Skiflug-WM (Bronze), aber eben nicht im Weltcup auf dem Podest gestanden war, feierte am Sonntag in Zakopane seinen insgesamt vierten Weltcupsieg. Und das auch noch unmittelbar vor seinem Freund und Zimmerkollegen Michael Hayböck.

Der nach dem ersten Durchgang nach einem 140-m-Satz führende Slowene Peter Prevc landete im Finale der Top 30 nur bei 125 Metern und fiel damit auch noch hinter Hayböck zurück. Kraft verbesserte sich vom zweiten Zwischenrang mit dem zweiten 133-m-Flug noch auf das oberste Podest und freute sich über den ersten ÖSV-Sieg nicht nur in dieser Saison, sondern seit dem 8. März 2015 in Lahti, wo er ebenfalls gewonnen hatte.

Vierter Weltcupsieg

"Ich hatte gestern sehr gute Sprünge und heute habe ich den Probesprung ausgelassen, weil ich mich hier sehr gut fühle", erklärte Kraft in einem ersten Statement noch im Auslauf. "Jetzt habe ich meinen vierten Weltcupsieg – fantastisch. Zwei perfekte Sprünge und auch noch vor Michael, das ist ein Traum." Es war übrigens auch der erste Doppelsieg für Österreich, seit eben dieses Duo am 29. Dezember 2014 zum Vierschanzen-Tournee-Auftakt in Oberstdorf in dieser Reihenfolge triumphiert hatte. Kraft zeigte jedenfalls, dass er den Bakken in Zakopane nicht umsonst als eine seiner Lieblingsschanzen bezeichnet hatte – schon im Vorjahr war er hier Zweiter geworden.

Für Hayböck war es bereits der vierte zweite Platz in dieser Weltcup-Saison, doch in diesem Fall machte er wohl lieber Platz als zuvor zweimal für Prevc und einmal für Severin Freund. Letzterer hat wegen Rückenproblemen den Polen-Trip ja ausgelassen. Kraft hatte zuletzt ansteigende Form erkennen lassen und hat nach drei vierten Plätzen den Bann endlich gebrochen.

Ein Bann, der seit März des Vorjahrs auf dem Team gelegen war. Solange hatten die rot-weiß-roten Adler zuletzt in der Saison 2005/06 auf den ersten Einzelsieg im Weltcup warten müssen. Damals hatte Andreas Kofler erst im 16. Saisonbewerb für die erste Bundeshymne nach einer Einzelkonkurrenz gesorgt.

Für Skiflug-Weltmeister und Vierschanzen-Tournee-Champion Prevc war es nach zuletzt vier Siegen en suite im Weltcup die erste "Niederlage". In der Weltcup-Gesamtwertung liegt der Slowene aber überlegen mit 1.084 Punkten schon 305 Zähler vor Freund. Hayböck (567) ist als Vierter bester ÖSV-Springer, Kraft (478) ist Sechster.

Mit Manuel Poppinger (19.), Philipp Aschenwald (21.) und Weltcup-Debütant Thomas Hofer (23.) kamen drei weitere Österreicher in die Punkteränge. Hofer bereitete sich damit vor seinem 20. Geburtstag am kommenden Donnerstag selbst das größte Geschenk, der Tiroler freute sich über seine ersten Weltcup-Punkte – und der 20-jährige Aschenwald über sein bisher bestes Weltcup-Resultat. Gerade nach den Rücktritten zahlreicher ÖSV-Stars sowie dem vorzeitigen Saisonende von Gregor Schlierenzauer ist dies ein wichtiges Lebenszeichen des Nachwuchses.

Bemerkenswert aus internationaler Sicht: Der einzige Japaner im Feld, der erst 19-jährige Ryoyu Kobayashi, landete bei seinem Weltcup-Debüt auf dem ausgezeichneten siebenten Rang. Seine Teamkollegen bereiten sich bereits auf die Heimbewerb in Sapporo am kommenden Wochenende vor. (APA, 24.1.2016)