Stürze in Kitzbühel: Show am Limit

Kommentar24. Jänner 2016, 18:13
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Der Grat zwischen Siegen und Fliegen ist schmal. Auch bei besseren Bedingungen gab es in den vergangenen Jahren schwere Stürze

Die folgenschweren Stürze am Samstag in der Abfahrt auf der Kitzbüheler Streif haben Diskussionen nach sich gezogen. Während sich Österreichs Skiverbands-Präsident Peter Schröcksnadel umgehend für einen Abbruch starkmachte, haben die Verantwortlichen zunächst das Rennen fortgesetzt, erst später abgebrochen und sich so Kritik eingehandelt. "Die Show ist die eine Sache, aber die Sicherheit der Läufer muss das Primäre sein", sagte Schröcksnadel und hat damit natürlich recht. Doch auch wenn sich manche Unfälle durch Glättung der Piste oder eine andere Kurssetzung vermeiden ließen, sie sind im Abfahrtssport Teil des Geschäfts – und die Läufer nehmen das Risiko bewusst in Kauf.

Zu viel des Spektakels

Die Stürze von Aksel Lund Svindal, Hannes Reichelt und Georg Streitberger während des Rennens auf dem Hausberg sowie jene von Florian Scheiber und Max Franz im Training waren in Summe zwar zu viel des Spektakels, das von dem Spiel mit dem Limit lebt und die Massen alljährlich in die Gamsstadt und vor die TV-Geräte lockt.

Doch der Grat zwischen Siegen oder Fliegen ist schmal. Auch bei besseren Bedingungen gab es an dieser heiklen Stelle in den vergangenen Jahren schwere Stürze, zumal sich kleinste Fahrfehler verheerend auswirken können. Die Verantwortlichen des Weltskiverbandes Fis haben unter den gegebenen Voraussetzungen (suboptimale Sicht) das Mögliche zur Sicherheit der Athleten getan. (Thomas Hirner, 25.1.2016)

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