Offensive gegen PKK: Hunderte tote Zivilisten in Südosttürkei

24. Jänner 2016, 14:00
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NGO: 198 Zivilisten binnen fünf Monaten getötet – Premier will Militäreinsatz fortführen

Istanbul – Immer öfter sind Zivilisten Leidtragende der türkischen Offensive gegen PKK-Kämpfer im Südosten des Landes. Bei Gefechten zwischen der Regierung und kurdischen Rebellen kamen nach Angaben der türkischen Menschenrechtsstiftung TIHV vom Samstag in den vergangenen fünf Monaten 198 Zivilisten ums Leben, darunter auch 39 Kinder.

Seit August verhängten die Behörden bereits zahlreiche Ausgangssperren im kurdischen Südosten des Landes. Seit Mitte Dezember geht die Armee dort gegen die Jugendorganisation der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistands PKK, der YDG-H, vor. Seit Beginn der Offensive wurden nach Militärangaben alleine in den Provinzen Diyarbakir und Sirnak 680 PKK-Kämpfer getötet.

Regierungskritische Medien berichten, dass die Bewohner kaum Zugang zu Nahrungsmitteln, Strom und Medizin hätten. Weil die Gebiete seit Dezember durchgehend unter einer Ausgangssperre stehen, können die Angaben nicht unabhängig überprüft werden.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Samstag, die militärische Offensive werde weitergehen, bis die PKK ihre Waffen niederlege. (APA, 24.1.2016)

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