Knalleffekt: Cavaliers-Coach Blatt gefeuert

23. Jänner 2016, 10:48
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Als erfolgreicher Trainer entlassen zu werden, ist bitter. Aber gegen den Willen der Spieler lässt es sich schlecht regieren. Ein Lehrbeispiel

Cleveland – Mit einem Knalleffekt geht die NBA in ihre zweite Saisonhälfte: Trotz unübersehbar großem Erfolg ist Basketball-Trainer David Blatt von den Cleveland Cavaliers entlassen worden. Dies gaben die Cavs am Freitag bekannt. Blatts Nachfolger beim letztjährigen NBA-Finalisten ist dessen bisheriger Co-Trainer Tyronn Lue.

"Ich bin stolz darauf, was wir in meiner Amtszeit als Headcoach geschafft haben, und wünsche den Cavaliers nur das Beste für die laufende Saison und die Zeit danach", twitterte Blatt. Grund für den Rauswurf war auch mangelnde Rückendeckung durch die Spieler. Blatt wurde als Rookie-Coach angesehen. Die letzte Saison, in der die Cavaliers erst in den Finals an Golden State scheiterten, war seine erste als NBA-Trainer.

Dabei war Blatt alles andere als ein Anfänger. In 22 Jahren Berufserfahrung hat der Amerikaner mit israelischen Wurzeln in Europa alles gewonnen, was man gewinnen kann, unter anderen einen Euroleague-Titel, einen EM-Titel mit Russland und eine Olympia-Medaille.

Blatt spürte von Beginn an in Cleveland nicht den Respekt der Spieler, auch aufgrund völlig falscher Erwartungen auf allen Seiten.

Rebellion in der Spielerkabine

"This set the stage for a traumatic tenure for Blatt. In fairness, this was not the team he had been hired to coach, as James had signed and the young player Blatt was primarily hired to develop, Andrew Wiggins, had been traded to acquire Kevin Love.

"David was hired to coach a developmental team and young players who would've wanted to please him," one team source said. "He ended up coaching a finished product where the players expected him to please them", wie es auf ESPN.com heißt.

Höhepunkt einer schlechten Beziehung zwischen Blatt und seinem Superstar Lebron James war Spiel 4 in den Playoffs im Vorjahr gegen Chicago, als James einen Spielzug Blatts über den Haufen warf. Statt einzuwerfen, wie es Blatt vorsah, nahm sich James den letzten Wurf des Spiels selbst und brachte Cleveland mit einem Dreier zum Sieg. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass sich James über Entscheidungen seines Trainer hinwegsetzte.

Zum Schämen

Einen Branchen-Kollegen ließ dieses Theater nicht kalt. Dallas-Coach Rick Carlisle sprach in seiner Funktion als Präsident der NBA-Trainervereinigung mehr als fünf Minuten über den Rausschmiss seines Kollegen. "Es ist ein wirklicher Schocker. Wenn man sich seine Bilanz anschaut, ist es bizarr. Ich schäme mich für meine Liga, dass so etwas passieren kann", gab Carlisle zu Protokoll.

Die Cavaliers führen die Eastern Conference mit 30:13 Siegen souverän an. Ligaweit ist das Team das drittbeste hinter Titelverteidiger Golden State Warriors (39:4) und den San Antonio Spurs (37:6). (Florian Vetter, 23.1.2016)

NBA-Ergebnisse vom Freitag: Toronto Raptors – Miami Heat 101:81, Golden State Warriors – Indiana Pacers 122:110, Los Angeles Lakers – San Antonio Spurs 95:108, Dallas Mavericks – Oklahoma City Thunder 106:109, Boston Celtics – Chicago Bulls 110:101, Brooklyn Nets – Utah Jazz 86:108, New York Knicks – Los Angeles Clippers 88:116, Houston Rockets – Milwaukee Bucks 102:98, Orlando Magic – Charlotte Hornets 116:120 n.V

  • Das Ende von David Blatts traumatischer Erfahrung als NBA-Trainer war leider schon längere Zeit absehbar.
    foto: ap/margot

    Das Ende von David Blatts traumatischer Erfahrung als NBA-Trainer war leider schon längere Zeit absehbar.

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