Ex-Meinl-Bank-Chef Weinzierl: Verdacht auf Steuerhinterziehung

22. Jänner 2016, 15:50
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Staatsanwaltschaft Wien ermittelt – Fachverbandsanfrage an Banken – Weinzierl weist Vorwürfe zurück

Wien – Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt seit längerem gegen den nunmehr früheren Chef der Meinl Bank, Peter Weinzierl. Es gehe im Zusammenhang mit "Speedprop" um den Verdacht der Steuerhinterziehung, bestätigte die Sprecherin der Anklagebehörde, Nina Bussek, am Freitag auf Anfrage der APA einen Bericht im "Börsianer". Dieser Tage sei eine Fachverbandsanfrage an die heimischen Banken gestellt worden.

Weinzierl weist Vorwürfe zurück

Weinzierl weist die Vorwürfe zurück und gibt keinen weiteren Kommentar ab, heißt es dazu von Meinl-Bank-Sprecher Thomas Huemer gegenüber der APA. Im Dezember des Vorjahres hatte Weinzierl im Zuge eines Disputs mit der Finanzmarktaufsicht seinen Posten als Bankchef aufgegeben und war in den Aufsichtsrat gewechselt.

Bereits im November 2014 hatte der "Kurier" über den Verdacht geschrieben. Konkret soll Weinzierl Mitte 2005 für die MEL (Meinl European Land) ein Russland-Joint-Venture um die zypriotische Holding MD Time Holding aufgezogen haben, deren Tochterfirmen Immo-Projekte in Russland entwickeln sollten. 55 Prozent der Stammaktien hielt die MEL, 45 Prozent russische Partner über die Offshore-Firma Business Enterprise Group (BEG). Parallel dazu wurden 100 stimmrechtslose Gewinnscheine (participation shares) ausgegeben, die einen Anspruch auf einen allfälligen Gewinn verbrieften.

Ermittler rechnen "Speedprop" Weinzierl zu

Jeweils 45 Scheine erhielten demnach MEL und BEG, zehn Papiere kaufte die Meinl Bank um rund 814.000 Euro. Doch angeblich nicht für sich selbst: Später übertrug die Bank fünf Anteile an die JM Real Estate Services Ltd, die der Sphäre von Julius Meinl zugerechnet wird, und die andere Hälfte an die Meinl-Bank-Filiale auf der Karibik-Insel Antigua. Laut den Ermittlern soll die Karibik-Tochter nur Treuhänderin für Weinzierl und für die Jersey-Briefkastenfirma "Speedprop Communications" gewesen sein. Aufgrund von internen Bank-Vermerken rechnen die Ermittler Speedprop Weinzierl zu, hieß es im Bericht der Tageszeitung.

Laut einem Bericht des Magazins "Falter" vom Dezember 2014 sollen bei der "Speedprop" fünf Mio. Euro aus MEL-Geldern gelandet sein. Weinzierl soll das Geld in Häuser in der Türkei und in Moskau angelegt haben. (APA, 22.1.2016)

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