Südafrika: In einem Jahr 1.175 Nashörner abgeschlachtet

22. Jänner 2016, 16:14
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Die traurige Zahl kann sogar als "Verbesserung" verbucht werden: 2014 waren es noch mehr

Pretoria – Wilderer haben im vergangenen Jahr in Südafrika 1.175 Nashörner getötet. So verheerend dies auch klingt – es stelle eine leichte Verbesserung gegenüber dem "Rekordjahr" 2014 dar, als 1.215 Nashörner getötet wurden, erklärte die südafrikanische Umweltministerin Edna Molewa. Erstmals seit einem Jahrzehnt sei die Zahl der getöteten Nashörner nicht weiter angestiegen.

Rund 320 Wilderer wurden demnach festgenommen, die meisten im berühmten Krüger-Nationalpark oder in angrenzenden Gebieten. Wilderer töten die Tiere wegen ihres Horns: Der internationale Handel damit ist zwar illegal, in Ostasien wird dafür jedoch ein kleines Vermögen bezahlt. Das Horn enthält zwar mit Keratin keine andere Substanz als gewöhnliches Haar, dennoch hält die traditionelle chinesische "Medizin" daran fest – insbesondere an vermeintlichen Potenzmitteln besteht offenbar großer Bedarf.

In ganz Afrika gibt es Schätzungen zufolge nur noch etwa 25.000 Nashörner. Südafrika ist das Land mit der größten Population von Breitmaul- und Spitzmaulnashörnern, alleine im Krüger-Park an der Grenze zu Mosambik leben rund 9.000 Tiere. Etwa vier Fünftel der Gesamtzahl entfallen auf das Breitmaulnashorn, das nach den Elefanten größte Landsäugetier der Welt. Spitzmaulnashörner sind als vom Aussterben bedroht eingestuft. (APA, red, 22. 1. 2016)

  • Zwei Riesen, deren "Panzer" leider keine Kugeln abhält: das Breitmaulnashorn (oben) und das ein wenig leichter gebaute Spitzmaulnashorn (unten).
    foto: reuters/mike hutchings

    Zwei Riesen, deren "Panzer" leider keine Kugeln abhält: das Breitmaulnashorn (oben) und das ein wenig leichter gebaute Spitzmaulnashorn (unten).

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    foto: reuters/philimon bulawayo
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