Syrer in Deutschland wegen Kriegsverbrechen festgenommen

22. Jänner 2016, 13:06
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24-Jähriger soll im Jahr 2013 in Diensten der Nusra-Front einen Uno-Soldaten vom Golan entführt haben

Karlsruhe – Die deutsche Bundesanwaltschaft hat im Großraum Stuttgart einen Syrer wegen des Verdachts eines Kriegsverbrechens festnehmen lassen. Dem 24 Jahre alten Suliman A.-S. werde vorgeworfen, im Februar 2013 im syrischen Bürgerkrieg an der Entführung eines Uno-Soldaten beteiligt gewesen zu sein, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag mit. Gegen den am Donnerstag festgenommenen Mann sei ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Begehung eines Kriegsverbrechens gegen humanitäre Operationen erlassen worden.

Laut Bundesanwaltschaft nahmen Beamte der Polizei in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg den Tatverdächtigen fest und durchsuchten außerdem seine Wohnung. Ihm sei noch am Donnerstag vom Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs der Haftbefehl eröffnet worden. Ob sich der Mann als Flüchtling in Deutschland aufhält, war vorerst unbekannt.

In Diensten der Nusra-Front

Der Beschuldigte soll zusammen mit anderen Mitgliedern des syrischen Al-Kaida-Ablegers Al-Nusra-Front im Februar 2013 einen Mitarbeiter der auf den Golanhöhen tätigen Uno-Mission Undof entführt haben. Im Anschluss hätten die bewaffneten Entführer wiederholt Todesdrohungen gegen den Mann ausgesprochen und erfolglos Lösegeld gefordert. Der Beschuldigte sei von März bis Juni 2013 an der Bewachung des Entführten beteiligt gewesen. Dieser habe sich dann im Oktober 2013 selbst befreien können, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Zum Zeitpunkt der Entführung waren auch noch rund 370 österreichische Blauhelme bei der Undof.

Bei dem Entführten soll es sich um einen Kanadier gehandelt haben. Später wurden auf dem Golan auch noch 21 philippinische Undof-Soldaten entführt, die als Beobachter den Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien kontrollierten. (APA, 22.1.2016)

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