Brotli: Neues Packverfahren soll Chrome beschleunigen

22. Jänner 2016, 18:13
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Ermöglicht schneller Übertragung von Web-Inhalten und Javascript – Server-Support lässt noch zu wünschen übrig

Zumindest in einem hat die US-Fernsehserie "Silicon Valley" tatsächlich recht: Die Relevanz von Kompressionsalgorithmen kann kaum überschätzt werden. Auch in modernen Webbrowsern nehmen sie eine wichtige Rolle ein, werden doch Inhalte üblicherweise zwischen Server und Client gepackt übertragen. Eine Änderung an dieser Stelle kann also spürbare Verbesserungen für Datenverbrauch und Performance mit sich bringen.

Brotli

Unter dem Namen Brotli hat Google vor einigen Monaten ein neues Packverfahren vorgestellt, das nun auch die Übertragung von Webinhalten im Chrome beschleunigen soll. Im Vergleich zum üblicherweise genutzten gzip verspricht Brotli eine um 17 bis 25 Prozent bessere Kompression von HTML, CSS und Javascript-Dateien – bei gleichem Rechenaufwand beim Entpacken.

Vorgeschichte

Dass dies nicht bloß blanke Theorie ist, hat Google selbst bereits demonstriert. So kommt Brotli seit Chrome 36 zur Beschleunigung der Übertragung der von Google angebotenen Web-Schriften zum Einsatz. Nun weitet man dies also auf andere Web-Inhalte aus, wobei der experimentelle Chrome Canary den Anfang macht. In dessen aktuellen Versionen kann die Brotli-Kompression über eine versteckte Einstellung aktiviert werden. Wann das Ganze in einer stabilen Version des Browsers landet, ist derzeit noch unklar.

Server-Support?

Bis es soweit ist, gibt es aber ohnehin noch an anderer Stelle einiges zu tun. Immerhin benötigt die verbesserte Kompression natürlich auch die entsprechende Server-Unterstützung. Und hier gibt es derzeit noch einiges zu tun. Google bietet zwar entsprechende Patches für nginx an, für Apache gibt es hingegen noch nichts. Hier besteht natürlich die Hoffnung, dass die Integration in Chrome die Entwicklung vorantreibt.

Firefox

Übrigens hat sich Google für eine interessante Einschränkung entschieden: Brotli soll nämlich ausschließlich für die verschlüsselte Übertragung per HTTPS zur Verfügung stehen. Chrome ist zudem nicht der einzige Browser, der Brotli unterstützen will, auch Mozilla plant die Aufnahme des Algorithmus für eine kommende Version seines Browsers Firefox. (apo, 22.1.2016)

  • Brotli.
    foto: dpa/oliver berg

    Brotli.

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