Ukraine belegt Gazprom mit Milliardenstrafe

22. Jänner 2016, 13:53
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Ukrainisches Kartellamt fordert drei Milliarden Euro – Russland und Ukraine überziehen einander seit Monaten mit Milliardenforderungen

Kiew – Die Ukraine hat im Gasstreit mit Russland nachgelegt und gegen den Energiekonzern Gazprom eine Kartellstrafe von umgerechnet 3,1 Milliarden Euro verhängt. Gazprom habe seine Monopolstellung beim Erdgastransit durch die Ukraine missbraucht, teilte das Kartellamt am Freitag mit. Die Regierung hatte die Behörde bereits im April 2015 zu einer Überprüfung veranlasst.

Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas auf dem Weg nach Westeuropa. 2015 strömten mehr als zwei Fünftel des in die EU gelieferten russischen Gases durch die Ex-Sowjetrepublik.

Russland und die Ukraine überziehen sich seit Monaten gegenseitig mit Milliardenforderungen. So verlangt die Gazprom vom ukrainischen Staatskonzern Naftogas Kompensationen für nicht abgenommenes sowie nicht bezahltes Erdgas in Höhe von fast 27 Milliarden Euro. Das ukrainische Unternehmen wiederum will aus den 2009 geschlossenen Verträgen aussteigen und fordert Schadenersatz in ähnlicher Höhe. Die Konzerne haben einander vor einem Schiedsgericht in Stockholm geklagt.

Erst Anfang des Jahres hatte Naftogaz die Transitgebühren einseitig um mehr als 50 Prozent erhöht. Im Gegenzug stellte Gazprom eine neue Rechnung für nicht abgenommenes Gas im dritten Quartal 2015. (APA, 22.1.2016)

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