Burma wandelt 77 Todesurteile in Haftstrafen um

22. Jänner 2016, 11:22
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101 Gefangene wurden im Rahmen weiterer großer Amnestie aus Gefängnis entlassen

Rangun – Burmas (Myanmars) Präsident Thein Sein hat 77 zum Tode verurteilte Häftlinge begnadigt. Bei einer weitreichenden Amnestie wandelte er die Todesurteile in Haftstrafen um. Das berichtete sein Büro am Freitag in der Hauptstadt Naypyidaw. 101 Gefangene wurden entlassen.

Darunter ist der Neuseeländer Philip Blackwood. Er war im März 2015 nach einer Reklame für eine Bar mit Buddha-Foto wegen Beleidigung des Buddhismus zu 30 Monaten Haft verurteilt worden.

25 politische Gefangene frei

Nach Angaben von Menschenrechtlern sind unter den Freigelassenen 25, die wegen ihrer politischen Gesinnung in Haft waren. Die Behörden bestritten allerdings stets, dass es in Burma politische Gefangene gegeben habe.

Burma war bis 2011 eine Militärdiktatur. Seitdem regiert Exgeneral Thein Sein. Er hat Reformen in die Wege geleitet und Tausende vom Militärregime Eingesperrte freigelassen. Thein Seins Partei verlor im November die Parlamentswahl gegen die Partei der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und gestand diese Niederlage auch ohne Umschweife ein. Das neue Parlament tritt am 1. Februar zusammen. Der Präsident räumt sein Amt Ende März, wer ihm nachfolgt, ist noch ungewiss. Aung San Suu Kyi selbst darf das Amt nicht übernehmen, weil ihre beiden Söhne britische Staatsbürger sind – was laut burmesischer Verfassung ein Ausschlussgrund ist. (APA, 22.1.2016)

  • Min Ko Ko zählt zu jenen Gefangenen, die in Burma wegen ihrer politischen Einstellung bisher in Haft waren, und nun frei kamen. Burmas Regierung bestreitet, dass es im Land politische Gefangene gibt oder gab.
    foto: apa / afp / mg kyaw hein

    Min Ko Ko zählt zu jenen Gefangenen, die in Burma wegen ihrer politischen Einstellung bisher in Haft waren, und nun frei kamen. Burmas Regierung bestreitet, dass es im Land politische Gefangene gibt oder gab.

  • Burmas Präsident Thein Sein (laut Bildbeschreibung: Zweite Reihe, Mitte) muss sein Amt Ende März abgeben.
    foto: apa / afp

    Burmas Präsident Thein Sein (laut Bildbeschreibung: Zweite Reihe, Mitte) muss sein Amt Ende März abgeben.

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