Erholung der Eurozone verliert im Jänner etwas an Kraft

22. Jänner 2016, 10:50
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Schlechtester Wert seit knapp einem Jahr

Berlin – Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich zu Jahresbeginn abgeschwächt. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister fiel im Jänner um 0,8 auf 53,5 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit knapp einem Jahr. Das teilte das Markit-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter rund 4.000 Unternehmen mit. Ökonomen hatten mit 54,2 Zähler gerechnet.

Ab 50 signalisiert das Barometer ein Wachstum. "Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten ist die Abkühlung der Eurozone zum Jahresauftakt zwar enttäuschend, aber keine Überraschung", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Die Umfrageergebnisse deuteten auf ein Wachstum im ersten Quartal von 0,3 oder 0,4 Prozent hin. "Überdies blicken die Unternehmen zuversichtlicher in die Zukunft als zuletzt, was vor allen Dingen an den höchsten Auftragsbeständen seit Frühjahr 2011 liegen dürfte", sagte Williamson. "Diese gut gefüllten Auftragsbücher sorgten dafür, dass der Jobmotor zum Jahresauftakt weiter rund lief." Die Preisnachlässe durch die 15-prozentige Verbilligung von Öl im Vergleich zum Dezember dürften die Wirtschaft ankurbeln, erwartet der Chefvolkswirt. "Zumal die niedrigeren Benzinkosten auch bei den privaten Haushalten Mehrausgaben für andere Waren und Dienstleistungen nach sich ziehen sollten".

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel um 0,9 auf 53,2 Punkte, der für die Dienstleister von 0,6 auf 53,6 Zähler. Die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich sowie auch die anderen in der Umfrage erfassten Länder wie Italien und Spanien schafften zu Jahresbeginn ein Wachstum. (APA, 22.1.2016)

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