Suche: Google kaufte sich für eine Milliarde Dollar am iPhone ein

22. Jänner 2016, 10:41
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22 Milliarden Dollar Gewinn mit Android bisher – Oracle plaudert interne Zahlen des Gegners aus

Über die Einnahmen von Google ist vor allem eines bekannt: Praktisch seinen gesamten Gewinn erwirtschaftet das Unternehmen über das Werbegeschäft. In Hinblick auf andere Geschäftsbereiche liefert Google hingegen keine detaillierten Zahlen. Dies führt dazu, dass Google zwar das meistverkaufte Betriebssystem der Welt entwickelt, aber bislang niemand wusste, ob sich dieser Einsatz finanziell überhaupt rechnet. Immerhin stellt Google Android kostenlos bereit, alle Einnahmen erfolgen also indirekt.

Rechtsstreit

Nun gewährt aber ausgerechnet ein Google-Gegner einen ersten Einblick in die Android-Finanzen: Im Rahmen eines seit Jahren laufenden Patentstreits haben die Anwälte von Oracle vor Gericht geheime Geschäftszahlen von Google ausgeplaudert. Trotz des Protests von Google sind diese nun in öffentlich einsehbaren Gerichtsunterlagen gelandet, wodurch wiederum diverse Medien Einsicht erlangt haben.

Gewinnbringend

Demnach hat Android bisher – also seit seinen Anfängen im Jahr 2008 – Umsätze in der Höhe von 31 Milliarden US-Dollar für Google generiert. Daraus resultiert laut einem Bericht von Bloomberg wiederum ein Gewinn von 22 Milliarden US-Dollar. All diese Einnahmen stammen aus der Beteiligung Googles an App-Verkäufen im Play Store sowie dem Verkauf von In-App-Werbung.

Einordnung

Unklar bleibt dabei allerdings, wie aktuell diese Zahlen sind, und wie viel Google derzeit pro Quartal mit Android einnimmt, was für eine aktuelle Einschätzung des Geschäfts ungleich wichtiger wäre. In Hinblick auf die Gesamtzahlen des Konzerns dürfte Android damit aber trotzdem weiterhin nur eine untergeordnete Rolle spielen. Allein im dritten Quartal 2015 hat Google-Mutter Alphabet einen Gewinn von 3,98 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,68 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Zielsetzung

Um all das geht es Oracle aber ohnehin nicht, das Unternehmen will lediglich belegen, dass Android für Google hochprofitabel ist. Dadurch erhofft man sich für den Fall einer letztinstanzlichen Verurteilung Googles im Patentstreit rund um Java die Höhe einer Entschädigung nach oben zu treiben.

Kostspielige Suche

Die Gerichtsdokumente liefern aber noch einen weiteren interessanten Einblick in die Geschäfte von Google. Demnach hat das Unternehmen im Jahr 2014 eine Milliarde US-Dollar an Konkurrent Apple überwiesen, um die Default-Suchmaschine auf dessen iPhones und iPads zu bleiben. Im Rahmen des Abkommens wird Apple auch an allen Einnahmen, die über die Google-Suche auf Apple-Geräten generiert werden, beteiligt. Dieser Anteil soll zumindest zu einem Zeitpunkt 34 Prozent betragen haben.

Versehen?

Unklar bleibt, wieso diese Zahlen überhaupt in öffentlich einsehbaren Dokumenten gelandet sind. So hatten die Google-Anwälte offenbar umgehend die Streichung aus dem Protokoll gefordert, da es sich hierbei um interne Zahlen handeln, deren Veröffentlichung negative Auswirkungen auf Googles Geschäfte haben könnte. Mittlerweile scheint sich auch das Gericht dieser Einschätzung anzuschließen, jedenfalls wurde der öffentliche Zugriff auf die Mitschriften kurz nach den ersten Berichten gesperrt. (apo, 22.1.2016)

  • Google zahlt einiges dafür, um auf dem iPhone zu bleiben.
    foto: dpa/soeren stache

    Google zahlt einiges dafür, um auf dem iPhone zu bleiben.

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