Nordkorea nimmt US-Studenten fest

22. Jänner 2016, 08:51
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Tourist soll "feindlichen Akt" gegen das Land begangenen haben

Pjöngjang – Nordkorea hat nach eigenen Angaben von Freitagfrüh einen amerikanischen Studenten festgenommen, der sich als Tourist im Land aufgehalten hat. Wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mitteilte, wird dem Mann vorgeworfen, einen "feindlichen Akt gegen den Staat" begangen zu haben.

Über die Hintergründe und die konkreten Vorwürfe war vorerst nur wenig bekannt. Laut KCNA soll es sich bei dem Mann um einen Studenten aus dem Bundesstaat Virginia handeln, er habe "die Einheit des Landes zerstören" wollen. Aus Nordkorea hieß es, das Vergehen des Studenten sei mit Billigung der US-Regierung geschehen.

Festnahme schon am 2. Jänner

Die Mitteilung aus Nordkorea stellte den Festgenommenen als Otto Frederick W. vor. Dieser besucht laut der Homepage der Bildungseinrichtung die University of Virginia. Nach Angaben des auf China operierenden Reiseveranstalters Pioneer Tours, der den Nordkorea-Aufenthalt organisiert hat, wurde er bereits am 2. Jänner festgenommen. Weitere Informationen über sein Schicksal habe man auch nicht erhalten.

Ein Sprecher der US-Botschaft in Südkoreas Hauptstadt Seoul teilte mit, man habe die Berichte über die Festnahme gelesen, und sei dabei, sie zu prüfen. Zudem stehe die Botschaft mit der Familie des Festgenommenen und Pioneer Tours in Kontakt.

Als Faustpfand missbraucht

Nordkorea nimmt immer wieder Ausländer fest, die das Land besuchen. Meist werden sie als Faustpfand für Verhandlungen missbraucht. Erst im vergangenen Monat wurde die Verhaftung eines anderen US-Amerikaners bekannt, dem Spionage vorgeworfen wird. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein kanadischer Pfarrer in Nordkorea zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, einen Umsturz geplant zu haben.

Nordkorea hatte zu Jahresbeginn einen weiteren Atomtest ausgeführt und damit international harsche Kritik und Forderungen nach schärferen Sanktionen gegen den kommunistischen Staat ausgelöst. (Reuters, 22.1.2016)

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