Netflix macht ernst: VPN-Sperren haben begonnen

21. Jänner 2016, 18:00
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Australische Nutzer berichten von temporärer Sperre bei Einsatz von Unblocker-Tools oder VPN

Jahrelang hatte Netflix zugesehen, wie viele seiner Kunden Proxy-Tricks und VPNs benutzen, um Zugriff auf das Angebot des Streaming-Anbieters in anderen Ländern zu erhalten. Vor wenigen Tagen wurde dann die offizielle Kehrtwende verkündet: Künftig werde man Versuche die Länderbeschränkungen auszutricksen, unterbinden, hieß es. Nun zeigt sich, dass dies nicht nur leere Worte waren: Netflix hat damit begonnen, erste VPN- und Unblocker-Anbieter zu blockieren.

Startschuss

Den Start macht man dabei offenbar in Australien: Dort hätten bereits die ersten Netflix-Nutzer eine temporäre Sperre erfahren, berichtet der Sydney Morning Herald. "Sie scheinen einen Unblocker oder Proxy zu benutzen. Deaktivieren sie diesen und versuchen sie es dann erneut" heißt es in der Nachricht an die User. Quelle des Berichts ist uFlix – eines der vielen Services, die bisher mit dem Austricksen der Netflix-Sperren Geld verdient haben.

Kampfbereit

Vorerst seien erst wenige der eigenen Nutzer betroffen, betont uFlix, Netflix scheint mit der Maßnahme also noch zu experimentieren. Unterdessen betont das Unternehmen sich nicht so einfach geschlagen geben zu wollen. Man werde versuchen neue Wege zu finden, mit denen die Blockade umschifft werden kann. Ähnliches hatten schon zahlreiche VPN-Provider in den letzten Tagen verlauten lassen.

VPN ebenso

Während es sich bei uFlix um einen klassischen Unblocker-Service handelt, der mittels DNS-Einstellungen und Proxy-IPs vorzuspiegeln versucht, dass die Nutzer in einem anderen Land sind, meldet mit ExpressVPN mittlerweile auch der erste VPN-Anbieter Sperrmaßnahmen gegen die eigenen Nutzer. Ein Sprecher des Unternehmens bedauert diese Reaktion von Netflix. Mit solchen Aktionen würden die Nutzer geradezu in die Arme von illegalen Tauschplattformen getrieben.

Rechtfertigung

Netflix-Chef Reed Hastings hatte vor wenigen Tagen betont, dass sein Unternehmen durch die Verträge mit den Rechteinhabern zu solchen Maßnahmen gezwungen sei. Hollywood habe neue Tools zur Aufspürung solcher Tricksereien entwickelt, und diese müsse man einsetzen. Erst knapp davor hatte Netflix den Start in zahlreichen neuen Ländern bekannt gegeben, womit man nun beinahe global verfügbar ist. Das Angebot variiert aber je nach Land weiter stark. (apo, 21.1.2016)

  • Netflix: Vorbei mit der Gemütlichkeit.
    foto: elise amendola / ap

    Netflix: Vorbei mit der Gemütlichkeit.

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