User-Wertung: Wie hat Ihnen "The Revenant" gefallen?

Umfrage25. Jänner 2016, 16:08
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Ganze zwölfmal ist Alejandro G. Iñárritus "The Revenant" für den Oscar nominiert und an den Kinokassen ein Erfolg. Zu Recht?

Kaum ein Text, der in den vergangenen Wochen über Alejandro G. Iñárritus "The Revenant" geschrieben wurde, kommt nicht innerhalb der ersten zwei Sätze auf den Hauptdarsteller, Leonardo DiCaprio, und dessen diesjährige Oscar-Chancen zu sprechen. Dass der Film zumindest irgendeinen Oscar gewinnt, dafür stehen die Chancen gut: Zwölfmal ist das Rache-Epos um den Trapper Hugh Glass (DiCaprio), der den Tod seines Sohnes sühnen will, nominiert.

Was sagen die Kritiken?

In den Kritiken des Streifens "The Revenant" wird immer wieder die Intensität der körperlichen Grenzerfahrungen herausgestrichen. Eine Intensität, die dem engagierten Schauspielerensemble zu verdanken sei.

Im STANDARD wird zudem die Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki betont: "Die charakteristisch fließende Kamera" ermögliche der Zuschauerschaft "in einem körperlichen Sinne zu partizipieren, ohne dass das Geschehen ganz als Illusion erscheint." Wenn die Kamera so nah an den Protagonisten fährt, dass sich das Objektiv durch seinen Atem beschlägt, werde "das Prinzip der Anteilnahme an einer menschlichen, physischen Präsenz [...] am deutlichsten."

Auch in der "New York Times" wird die Inszenierung des Spektakels gelobt. Problematisch sieht die Kritik hingegen Iñárritus Versuch, das (teilweise) historische Material zu mystifizieren, eine "hässliche Geschichte in eine spirituelle zu verwandeln". Schlimmer noch sei, dass er Glass nicht nur zu einem hilflosen Zeugen eines Mordes, der für den Genozid an den Indigenen steht, mache, sondern auch zu einem Opfer dieser Katastrophe und damit letztlich ein System verkläre, das geholfen habe, die Nation zu bilden.

Während die Kameraführung und die -effekt auch im "Spiegel" gelobt werden und der Realismus betont wird, sieht die Rezension das Gesamtwerk hier deutlich kritischer und kommt in ihrer Besprechung nicht um ironische Töne herum. Zu ernst nehme sich der Film. So ernst, dass es schwierig sei, nicht zu lachen. Zur Motivation der Rache heißt es beispielsweise: Glass sehe "so dunkelrot, dass Charles Bronson gegen seinen Rachefeldzug wirkt wie ein Osho-Jünger in Jesuslatschen". Das Ziel des Films "bei aller Authentizität im Außen eigentlich von den großen, ans Seeleninnere gerichteten Fragen" zu erzählen, gelinge letztlich nicht überzeugend: "Iñárritu und Lubezki ist ein spektakulärer Survival-Reißer gelungen. Ihre Antworten auf die großen Fragen haben allerdings die Tiefe einer Fototapete."

Was sagen Sie?

Wie hat Ihnen "The Revenant" gefallen? Können Sie mit einzelnen Aspekten der Kritik, ob positiv oder negativ, etwas anfangen, oder haben Sie eine gänzlich andere Meinung zu dem Gesehenen? (jmy, 25.1.2016)

  • Die Rolle des Trappers Hugh Glass könnte DiCaprio endlich den Oscar bescheren.
    foto: centfox

    Die Rolle des Trappers Hugh Glass könnte DiCaprio endlich den Oscar bescheren.

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