Mutterkraut lindert Migräneattacken

21. Jänner 2016, 13:46
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Schon lange ist bekannt, dass Mutterkraut gegen Kopfschmerzen und Fieber hilft. Nun gibt es dafür den wissenschaftlichen Nachweis

Wien – Gegen Migräne ist ein Kraut gewachsen. Zur Prävention dieser Kopfschmerzattacken gibt es hingegen ein pflanzliches Mittel, dessen Wirksamkeit in Studien belegt wurde. Es handelt sich um Mutterkraut, das Experten zufolge Migräne-Attacken abschwächen bzw. deren Häufigkeit reduzieren kann.

Das Mutterkraut, lateinischer Name Tanacetum parthenium, gehört zur Familie der Korbblütler und ähnelt optisch Kamillen. Dass es gegen Kopfschmerzen und Fieber hilft, ist seit Jahrhunderten bekannt. Der Wirkmechanismus wurde allerdings erst in den vergangenen Jahren wissenschaftlich erforscht und durch Studien an Patienten belegt.

Heimtückische Erkrankung

In Österreich ist etwa jeder Zehnte von Migräne betroffen, Frauen dreimal häufiger als Männer. Besonders problematisch an der Erkrankung, die sich in halbseitigem hämmerndem Kopfschmerz äußert und von Symptomen wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Übelkeit und Sehstörungen einhergehen kann, ist: Es gibt weder einen leicht zu eruierenden Auslöser noch "die" Therapie, die bei allen Patienten gleich gut wirkt, erklärt der Leiter der Kopfschmerzambulanz des Wiener AKH, der Neurologe Christian Wöber.

Nichts für akute Anfälle

Der im Mutterkraut enthaltene Wirkstoff Parthenolid hemmt die überschießende Ausschüttung von Serotonin, die zum Migräne-Anfall führt. Das rezeptfrei erhältliche Phytopharmakon wird in Kapselform angeboten. Eine Kapsel – sie enthält 100 Milligramm pulverisiertes Kraut – sollte zur Vorbeugung über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten genommen werden, wie Wöber und Rudolf Bauer, Leiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften an der Uni Graz, empfehlen.

Im Akutfall nützt es allerdings nichts. Mutterkraut sei gut verträglich, nicht geeignet ist es allerdings für Schwangere und Menschen mit Allergien gegen Korbblütler, betonen die Experten. (APA, 21.1.2016)

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    foto: wikipedia/gemeinfrei
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