18 Monate Zusatzstrafe für Ex-Vorstand Striedinger

21. Jänner 2016, 15:24
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Richterin sah "in jedem Fall völlig unvertretbare Kreditvergabe" – Nicht rechtskräftig

Klagenfurt – Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger ist am Donnerstag in einem Untreueprozess am Landesgericht Klagenfurt zu 18 Monaten Zusatzstrafe und zur Zahlung einer halben Million Euro Schadenersatz verurteilt worden. Durch eine unberechtigte Kreditvergabe für ein Tourismusprojekt auf der kroatischen Insel Jakljan ist der Hypo ein Schaden von 6,7 Millionen Euro entstanden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Kreditvergabe war im Jahr 2005 erfolgt. Der Tourismusunternehmer und Hypo-VIP-Kunde Goran Strok wollte ein Projekt auf der Insel Jakljan in der Nähe von Dubrovnik verwirklichen. Dazu benötigte er von der Hypo Geld – wieder einmal. Denn sein Obligo bei der Bank betrug bereits 77 Millionen Euro, rechnete Staatsanwalt Norbert Ladinig im Verlauf des Prozesses vor. Es habe damals schon hypointern kritische Stimmen gegeben, laut denen Strok kein Geld mehr für neue Projekte erhalten solle.

Garantien

Trotzdem gab Striedinger eine Bietergarantie in Höhe von 300.000 Euro zum Grundstückserwerb auf Jakljan ab – eine zweite Garantie in der Höhe von 5,7 Millionen Euro für den Kaufpreis von sechs Millionen Euro folgte. Wie ein Sachverständiger im Prozess bemerkte, habe man auf Sicherheiten und auf die Überprüfung der Bonität des Käufers verzichtet. Die Garantien wurden schließlich in einen Kredit umgewandelt und auf 6,7 Millionen Euro erhöht, um Nebenkosten und Beraterhonorare zu bezahlen. Die Insel Jakljan wurde zwar von Serbien angeboten, im Grundbuch stand allerdings Kroatien. Das Projekt kam nie zustande.

Der Kreditausschuss der Bank hatte den von Striedinger ausgehandelten Deal erst im Nachhinein bewilligt. "Die Bank war bereits verpflichtet zu zahlen. Man konnte es nur mehr zur Kenntnis nehmen", sagte der frühere Vorsitzende des Kreditausschusses als Zeuge im Prozess aus. "Wäre das Ganze vorher in den Kreditausschuss gekommen, hätte man Nein gesagt", lautete die Aussage eines weiteren ehemaligen Ausschuss-Mitglieds. Als Zeuge wiederholte auch Ex-Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer eine bereits 2010 getätigte Aussage, wonach Striedinger seine Kompetenzen überschritten habe: Die Formulierung sei sehr hart gewählt, aber inhaltlich richtig.

In ihrer Urteilsbegründung sprach Richterin Ute Lambauer, die dem Schöffensenat vorsaß, von einer "in jedem Fall völlig unvertretbaren Kreditvergabe". Striedinger habe Garantien gewährt, ohne dass es die Zustimmung des Aufsichtsrates gegeben hätte. Der Kreditausschuss habe den Kredit schließlich bewilligt, allerdings in dem Bewusstsein, dass die Hypo bereits verpflichtet war. "Dem Angeklagten war bei der Ausstellung der Garantien völlig klar, dass die Summe nicht in nächster Zeit zurückgezahlt werden kann", sagte Lambauer. Die Zusatzstrafe in Höhe von 18 Monaten sei "schuld- und tatangemessen". Striedinger, der derzeit eine Haftstrafe von vier Jahren absitzt, wurde außerdem zur Zahlung von 500.000 Euro Teilschadenersatz verpflichtet.

Der Verteidiger des Ex-Hypo-Vorstandes meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, Staatsanwalt und Privatbeteiligtenvertreter gaben keine Erklärung ab. (APA, 21.1.2016)

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