Zwei Drittel ohne akademischen Titel fühlen sich benachteiligt

22. Jänner 2016, 15:00
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Menschen mit akademischen Titeln werden unter anderem als machthungriger und intelligenter wahrgenommen. Zwei von drei Österreichern ohne Titel sehen sich benachteiligt

Titel gibt es in Österreich zur Genüge. 56,2 Prozent der befragten Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren denken, dass in Österreich ein Titel im Berufsleben zumindest eher wichtig ist. 13,6 Prozent halten sie hingegen für überhaupt nicht wichtig. Im Privatleben scheint der Titel keine große Bedeutung zu haben – 43,8 Prozent Befragten meinen, dass der Titel im Privatleben gar keine Rolle spielt. Nur sechs Prozent halten ihn auch im Privatleben für sehr wichtig. 500 Österreicher wurden für diese Ergebnisse von Marketagent.com befragt.

Klischeebehaftet sind Titel und ihre Träger allemal, so die Studienautoren. So halten 64 Prozent der Befragten Personen mit einem Titel für "machthungriger als Personen ohne Titel". Weiters werden sie als beruflich erfolgreicher, selbstbewusster, zielstrebiger, durchsetzungsstärker und intelligenter wahrgenommen.

Nicht gefühlvoller

Umgekehrt hält aber nur knapp jeder fünfte Österreicher Titelträger für sehr praxisbezogen, und nur etwas mehr als jeder Siebente schreibt ihnen mehr Haus verstand als ihren nicht titelgeschmückten Mitbürgern zu. Auch als sympathischer, humorvoller und einfühlsamer werden sie nur von den wenigsten wahrgenommen. Am häufigsten verwenden die mit einem Titel Geschmückten unter den Befragten diesen bei geschäftlichen Unterlagen (70 Prozent), geschäftlichen E-Mails (58,6 Prozent) und beim beruflichen Ausfüllen von Formularen.

Gefühlte Benachteiligung groß

Einen wirklichen Vorteil durch ihren Titel hatte ihrem eigenen Empfinden nach bisher zumindest die Hälfte (52,9 Prozent) der österreichischen Titelträger. 45,7 Prozent geben an, dass ihnen ihr Titel bisher weder genützt noch geschadet habe. Eine gewisse Ehrfurcht vor Personen mit Titel ist in Österreich erkennbar. Mehr als jeder Zweite begegnet Titelträgern anders als Personen ohne Titel. Rund 77,2 Prozent geben an, Personen mit Titel im Berufsleben mit diesem auch anzusprechen. Im Privatleben tut dies dagegen nur gut jeder Dritte. Zwei von drei Österreichern ohne Titel fühlen sich zumindest fallweise benachteiligt gegenüber Titelträgern. (red, 22.1.2016)

  • Machthungriger, beruflich erfolgreicher, zielstrebiger, durchsetzungsstärker und intelligenter: So werden Menschen mit akademischen Titeln in Österreich wahrgenommen. Ein Großteil derer, die keinen Titel haben, fühlt sich benachteiligt.
    foto: istock

    Machthungriger, beruflich erfolgreicher, zielstrebiger, durchsetzungsstärker und intelligenter: So werden Menschen mit akademischen Titeln in Österreich wahrgenommen. Ein Großteil derer, die keinen Titel haben, fühlt sich benachteiligt.

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