Austro-Designerinnen stark wie nie in Berlin

22. Jänner 2016, 09:16
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Lena Hoschek war am Montag als Erste dran, am Donnerstag zeigten auf der Berliner Modewoche vier weitere österreichische Labels ihre Mode

Für die einen ist Berlin bereits das zweite Zuhause, die anderen feierten gerade in der deutschen Hauptstadt ihre Show-Premiere. Österreichische Modedesignerinnen waren auf der Fashion Week Berlin an den unterschiedlichsten Locations präsent.

Marina Hoermanseder hat Berlin längst zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht. In der vergangenen Saison legte sie bereits mit ihren pastellfarbenen skulpturalen Korsagen und Röcken aus Ledergürteln einen vielbeachteten Auftritt hin.

Die Frau mit den Korsagen: Marina Hoermanseder

foto: reuters/ fabrizio bensch
Marina Hoermanseders Kollektion im Kronprinzenpalais.

Ihre aktuelle Kollektion hat Hoermanseder der ersten weiblichen Fliegerikone Amelia Earhart gewidmet. Ihrer DNA, den Gürtelelementen, starren Ballonröcken und Highheels, blieb die Designerin aber während ihrer Präsentation im Kronprinzenpalais treu. Dazu ein Touch 30er-Jahre: flatternde Marlenehosen, Fliegerjacken, ein langes Korsagenkleid mit applizierten Pailletten, simple A-Röcke mit Kellerfalte. Was Hoermanseder in der deutschen Hauptstadt hält? "Berlin hat mich mit offenen Armen empfangen." Hier habe man ihr die Chance gegeben, ihre erste Kollektion zu zeigen. Sie ist überzeugt: "Wenn man in Berlin 'laut' genug ist, wird man auch international wahrgenommen."

Rebekka Ruétz ist in Berlin ein alter Hase

foto: getty images
Rebekka Ruétz, FW 2016/17.

Rebekka Ruétz hingegen ist wie Lena Hoschek auf der Berliner Modewoche schon ein alter Hase. In der zehnten Saison zeigte sie ihre Mode im Zelt. Warum sie der Fashion Week die Treue hält? "Die Berliner Modewoche ist die wichtigste Modeplattform in Deutschland." Ihre Kollektion soll eine Hommage an ihre Heimat Tirol sein: schwarze Cowboyhüte, zum Teil bodenlange Röcke, taillierte Hüften, eigens angefertigte Prints. Ruétz fährt eben ihr ganz eigenes Ding.

Auf dem Lavera-Showfloor: Meshit und Roshi Porkar

Zu den Berliner Newcomern zählen Lena Krampf und Ida Steixner vom Wiener Label Meshit. Bisher hatten die Designerinnen in der der deutschen Hauptstadt nur Messeauftritte absolviert. In dieser Saison zeigten sie sich erstmals auf dem Laufsteg – im Rahmen des Lavera-Showfloor, der nachhaltigen Modeplattform des Naturkosmetikherstellers. Steixner und Krampf haben sich die Nachhaltigkeit zwar bisher nicht explizit auf die Fahnen geschrieben, produzieren ihre Mode aber in Österreich und Budapest und verarbeiten immer wieder Restpostenstoffe.

@meshitvienna AW16/17 show in Berlin... Photo @sophie_koechert

Ein von lena (@krampfin) gepostetes Foto am

Die Herbstkollektion ist wie in den Jahren davor (2015 feierten die Designerinnen ihren fünften Label-Geburtstag) nicht nur von Elementen aus dem Bereich der Arbeitskleidung, sondern auch der Seefahrt durchzogen: "Fischer, Seemänner und Matrosen" hätten ihre Kollektion beeinflusst, erklärt Krampf. Besonderheit der Kollektion, mit der sie an ihre Kooperationen mit befreundeten Künstlern anschließen: einige neue Prints.

Lavera hatte die beiden Designerinnen eingeladen. Und widmete Österreich, "einem unserer stärksten Partnerländer", so Katrin Möller vom Lavera-Showfloor, einen eigenen "Austria Slot": Auch Roshi Porkar, die schon im Sommer 2014 unter den Fittichen des Modemagazins "Elle" eine Show zeigte und sich damals über Hollywood-Star Tilda Swinton im Publikum freute, sitzt bei Lavera mit im Boot.

Ihre Show? Zu Human Leagues "Don't You Want Me" marschierten Blumenkleider, lange Mäntel und Fransen-Kaftane in Seventies-Stiefeln über den Laufsteg. Ein lässiger Auftritt. (Anne Feldkamp, 22.1.2016)

An apple a day: Die Lena-Lena Hoschek-Show in Berlin

  • Marina Hoermanseder hat gut lachen: Sie gehört zu den Fixstartern der Berliner Modewoche.
    foto: apa/dpa-zentralbild/jens kalaene

    Marina Hoermanseder hat gut lachen: Sie gehört zu den Fixstartern der Berliner Modewoche.

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