Wiener Luxushotels sind trotz Verdoppelung des Angebots gut ausgelastet

21. Jänner 2016, 11:22
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Die Auslastung im Luxussegment blieb trotz vieler Neueröffnungen konstant. Mittelfristig sind steigende Zimmerpreise in zentraler Lage zu erwarten, sagt ein Experte.

Im Vorfeld der Eröffnungen von Ritz-Carlton, Kempinski oder Park Hyatt hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Befürchtungen gegeben, wonach der Luxushotelmarkt in Wien wegen Überangebots in Schwierigkeiten geraten könnte. Das sei aber nicht passiert, meint Michael Regner von MRP, einem Hotelberatungsunternehmen. Dem Deluxe-Segment gehe es dank wachsender Nachfrage gut.

Konstante Auslastung

Laut Regner hat sich in der Bundeshauptstadt das Angebot im Luxussektor seit 2011 in etwa verdoppelt. Aktuell kommt man auf rund 1200 Zimmer. "Die Auslastungswerte im gesamten Bereich sind aber konstant geblieben bis leicht gestiegen", sagt der Branchenexperte. Dabei geht es um eine Auslastung zwischen 65 bis 70 Prozent. Diese Werte lägen zwar ein wenig unter dem Schnitt der Gesamthotellerie, dafür komme man aber auf vergleichsweise höhere Durchschnittsraten. "Eine Suite verkaufe ich zwar nicht so oft, aber dafür um 3.000 Euro pro Nacht", präzisiert Regner.

Wenig Neues in den nächsten Jahren

Zahlen würden zeigen, dass es am Luxusmarkt selbst auch zu keinen Verdrängungseffekten gekommen sei. Traditionshäuser wie Sacher oder Imperial kämen auf eine ebenso solide Auslastung wie eben neue Häuser a la Ritz-Carlton oder Park Hyatt. "Im Rückblick muss man sagen, dass Wien davor eigentlich ein Unterangebot hatte", meinte der Berater. Viel Neuzugang erwartet sich Regner in Sachen Luxushotels in den kommenden Jahren in Wien nicht. Das liege auch an begrenzt verfügbaren Standorten. Das bedeute auch, dass die bestehenden Hotels aufgrund der prognostizierten Übernachtungszuwächse ihre Auslastung noch steigern können.

Hotels im Zentrum werden teurer

Durch zusätzliche Touristenströme erwartet Regner in einigen Jahren höhere Zimmerpreise in zentralen Lagen. Denn die Kurve an Übernachtungen steige schneller als der Zuwachs an neuen Zimmern. Mittelfristig werden folglich günstige Budgetketten auch in Richtung Stadtrand präsenter sein. "Wien-Touristen werden irgendwann wie in London oder Paris akzeptieren, dass sie nicht mehr im Zentrum schlafen können, wenn sie halbwegs billig übernachten wollen", mutmaßt der Experte. (APA, red, 21.01.2016)

  • In Wien sind in den vergangenen Jahren viele neue Luxushotels (hier das Park Hyatt) entstanden. Die Vermutung, die Häuser könnten nicht ausgelastet sein, hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt.
    foto: apa / helmut fohringer

    In Wien sind in den vergangenen Jahren viele neue Luxushotels (hier das Park Hyatt) entstanden. Die Vermutung, die Häuser könnten nicht ausgelastet sein, hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt.

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