In Deutschland müssen Asylwerber Bargeld abgeben

21. Jänner 2016, 06:11
58 Postings

Im Dezember behielt die Polizei in Bayern Beträge über 750 Euro ein, in Baden-Württemberg wurde pro Person durchschnittlich ein vierstelliger Betrag abgenommen

Berlin – Wie in der Schweiz müssen Flüchtlinge auch in Bayern und Baden-Württemberg mitgeführtes Bargeld abgeben. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag: "Die Praxis in Bayern und die bundesgesetzlichen Regelungen im Asylbewerberleistungsgesetz entsprechen im Wesentlichen dem Verfahren in der Schweiz."

Asylwerber würden bei der Ankunft in den Aufnahmeeinrichtungen auf Dokumente, Wertsachen und Geld durchsucht. "Barvermögen und Wertsachen können sichergestellt werden, wenn es mehr als 750 Euro sind und wenn ein Erstattungsanspruch gegen die Person besteht oder erwartet wird", so Herrmann.

Integrationsbeauftragte: Asylwerber müssen ihr Vermögen aufbrauchen

In Baden-Württemberg könne die Polizei Vermögen oberhalb von 350 Euro einbehalten, berichtete die Zeitung. Im Dezember sei das pro betroffener Person durchschnittlich ein vierstelliger Betrag gewesen. Bayern und Baden-Württemberg würden damit Bundesrecht vollziehen, wonach Asylsuchende zuerst ihr eigenes Vermögen aufbrauchen müssen.

Die deutsche Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz sagte der Zeitung: "Wer bei uns einen Asylantrag stellt, muss vor der Hilfegewährung grundsätzlich sein Einkommen und Vermögen aufbrauchen, dazu zählt zum Beispiel auch der Familienschmuck. Auch wenn sich manche Vorurteile hartnäckig halten – als Asylbewerber hat man es mitnichten besser als ein Hartz-IV-Empfänger." (APA, 21.2.2016)

Share if you care.