Deutsche Bank schreibt fast sieben Milliarden Euro Verlust

20. Jänner 2016, 21:25
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Bankchef verordnet Umstrukturierungen

Frankfurt – Die Deutsche Bank ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. 2015 habe sich wegen hoher Ausgaben für Rechtsstreitigkeiten, Kosten für den laufenden Konzernumbau und Stellenstreichungen ein Verlust von rund 6,7 Milliarden Euro angehäuft, teilte die größte deutsche Bank überraschend am Mittwochabend mit.

Experten hatten zwar wegen der bereits bekannten Ankündigung von Abschreibungen im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft, Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen und Abfindungen mit einem dicken Minus gerechnet, aber nur etwas mehr als fünf Milliarden Euro erwartet.

Verkauf der Postbank geplant

Zu den bereits bekannten Kosten und Aufwendungen kommen bei der Deutschen Bank im vierten Quartal 1,2 Milliarden Euro für Rückstellungen, um die Folgen früherer Geschäfte juristisch zu beenden. Zudem drücken die Probleme im Privatkundengeschäft, in dem sich die Bank im laufenden Jahr unter anderem von der Postbank trennen will, auf das Ergebnis.

Insgesamt belasteten die Kosten für die Neuausrichtung und Abfindungen das Ergebnis im vierten Quartal mit rund 800 Millionen Euro – zudem müssten weitere 100 Millionen abgeschrieben werden, sodass sich die Sonderbelastungen im vierten Quartal auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro belaufen.

Rekordverlust

Es ist der größte Jahresverlust für die Deutsche Bank und der zweite seit 2008. In der Finanzkrise hatte die Bank erstmals in einem Gesamtjahr rote Zahlen geschrieben und rund 3,9 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Für 2014 hatte die Deutsche Bank noch rund 1,7 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen – mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Aktuell läuft die US-Konkurrenz der Deutschen Bank davon: JPMorgan, Citigroup, Morgan Stanley, Bank of America und Wells Fargo meldeten sämtlich Milliardengewinne für 2015. (APA, dpa, 20.1.2016)

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