Mütter, die im Haushalt helfen

22. Jänner 2016, 07:41
54 Postings

Väter, die "bereitwillig mithelfen", prominente Frauen, die für reproduktive Rechte werben, und wie besserer Gewaltschutz für geflüchtete Frauen möglich ist

In den USA kann es Prominenten durchaus schaden, sich öffentlich für das Recht auf Abtreibung auszusprechen. Radikale AbtreibungsgegnerInnen sind höchst aktiv und belagern regelmäßig Einrichtungen, in denen Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden, inklusive Personal. In Texas wurden 2013 die Auflagen für Abtreibungskliniken derart verschärft, dass viele Einrichtungen geschlossen werden mussten. Mehr als 40 Jahre nach dem richtungsweisenden Fall Roe gegen Wade, in dem der Supreme Court urteilte, dass die Bundesstaaten das Recht einer Frau auf eine Abtreibung nicht einschränken dürfen, erschweren viele Bundesstaaten den Zugang zu medizinisch betreuten Abtreibungen.

Das Center for Reproductive Rights möchte diesen Entwicklungen entgegenwirken und mit persönlichen Erfahrungen aufzeigen, wie zentral reproduktive Rechte für Frauen sind. Prominente erzählen diese persönlichen Geschichten, zum Beispiel Dasha Polanco ("Orange is the New Black"), die Kayleighs Geschichte erzählt. Ihr wurden in Texas zahlreiche Steine in den Weg gelegt, nachdem sie sich für einen Abbruch entschieden hatte. Auch Retta Tells, Comedian, zieht eine Grenze, wie die Kampagne heißt ("Draw the Line").

center for reproductive rights

Von wegen "mithelfen": Auf "Fuckermothers" gibt es einige Erfahrungsberichte zum Thema Arbeitsteilung im Haushalt – unter anderem mit einer wenig erbaulichen Schlussfolgerung, dass eine gerechte Aufteilung der Familienarbeit erst nach einer Trennung möglich war. Wie es dazu kam, ist in einem vielzitierten Text der letzten Woche auf dem Blog "Mutterseelensonnig" mit dem Titel "Regrettingfatherhood: Ich nehme meinen Mann ernst, darum hab ich ihn verlassen" nachzulesen: "Ich muss ihn nicht listig manipulieren, damit er zum Familienmensch mutiert. Entweder, er entscheidet sich aus freien Stücken dazu, die Prioritäten anders zu setzen, oder eben nicht. Das ist seine Entscheidung. Er ist auch nicht Opfer der Gesellschaft oder seines Jobs, er hat es selber in der Hand, offensiv andere Schwerpunkte in seinem Leben zu setzen."

In einem anderen auf "Fuckermothers" angeführten Text ärgert sich die Autorin über eine gängige Formulierung, mit der eigentlich für den Vater/Partner geworben werden soll: "Mein Mann hilft im Haushalt." Absurd, schreibt die Autorin. Wie sehr, falle erst auf, wenn der Satz umgedreht wird: "Meine Frau hilft im Haushalt." Eine sprachliche Feinheit, hinter der sich einiges versteckt: "Wenn nämlich ein Mann findet, dass er (s)einer Frau im Haushalt hilft, dann schwingen da immer zwei Sachen mit. Erstens – er ist großzügig. Er hilft nämlich, und zweitens – Dankbarkeit ist angebracht –, er hilft nämlich!"

Gewaltschutz für geflüchtete Frauen: Die Journalistin Teresa Buecker stellt in einem Interview mit Heike Raab, Juristin am Deutschten Institut für Menschenrechte, in der "Edition F" die Frage nach nötigen Maßnahmen für einen besseren Gewaltschutz von geflüchteten Frauen. Ein Problem für Frauen in Flüchtlingsunterkünften liege etwa in ihrem eingeschränkten Zugang zu Frauenhäusern. Um dort Schutz zu finden, müssten sie in Deutschland etwa eine Genehmigung einholen. Neben niedrigeren Barrieren dafür wäre es außerdem wichtig, so Raab, dass Menschen schneller eine andere Unterkunft erhalten, wenn sie sexueller Gewalt ausgesetzt sind. (red, 22.1.2016)

dieWochenschau versammelt einige feministische Debatten und Ereignisse der vergangenen Woche, die in Blogs, sozialen Medien oder anderen Zeitungen aufgetaucht sind.

Share if you care.