Videobewerbungen: "Mit dem Namen Sexy_Hilde_69 wird Sie niemand einstellen"

21. Jänner 2016, 07:00
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Es muss nicht immer Face-to-Face sein: Viele Arbeitgeber führen Bewerbungsgespräche bevorzugt via Video. Was es zu beachten gilt

Der Grund dafür, warum Videointerviews immer beliebter werden, liegt auf der Hand: Sowohl Bewerber, als auch Personaler sparen sich Zeit und Kosten. Was praktisch und unkompliziert klingt, sollte von Bewerberinnen und Bewerbern aber trotzdem nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auch im Videointerview gibt es einiges zu beachten, vom Anzeigenamen bis zum Hintergrund.

Auf Viking.de, einem Blog für "Gründer & Angestellte" wie es in der Selbstbezeichnung heißt, wurden wichtige Tipps gesammelt und veranschaulicht:

grafik: viking

Bis es zum Telefonat kommt gilt es vorab einige mögliche Missverständnisse aus dem Weg zu schaffen. Wer ruft wen an? Und falls der Arbeitgeber im Ausland ist: Gibt es Zeitverschiebung einzuberechnen? Ruud Linders, Marketing Manager Europe bei Viking, empfiehlt außerdem trotz Videointerview Telefonnummern auszutauschen, falls etwas mit der Verbindung nicht klappt.

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Auch auf Skype und Co. ist Professionalität in der Bewerbung wichtig. Profilname, als auch Profilbild sollten dem Rahmen angepasst werden. Linders: "Mit dem Namen Sexy_Hilde_69 wird Sie niemand einstellen. Bilder aus dem letzten Urlaub sind genauso unpassend." Rechnet man damit mehrere Videointerviews zu führen kann es auch empfehlenswert sein, sich ein extra Profil einzurichten, das alleine für Bewerbungsgespräche da ist. Beim Status sollte man darauf achten nicht "Beschäftigt" anzuzeigen, die Gesprächspartner melden sich in diesem Fall womöglich nicht.

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Um sich während des Gesprächs nicht über technische Probleme zu ärgern sollten die Einstellungen vor dem Anruf getestet werden. Bei Viking wird ein Testanruf bei einem Freund empfohlen. Und: Auch wenn es nicht High-Fashion sei werde ein Headset dringend empfohlen – "für optimale Tonqualität und um Echos zu verhindern." Neben dem Klang ist natürlich auch die Beleuchtung wichtig. Natürliches Licht ist, wenn möglich, künstlichem Licht vorzuziehen. "Allerdings sollte das Licht weder direkt von oben, noch von hinten kommen, da das Gesicht entweder von Schatten überzogen oder gar nicht erst erkennbar ist", sagt Linders.

Auch wenn man das Gespräch bei sich im Wohnzimmer führen kann: Professionelles Auftreten ist auch bei Videointerviews vorausgesetzt. Langsam zu sprechen ist empfohlen, um sicherzustellen, dass auch bei Verbindungsproblemen alles beim Gegenüber ankommt. Wenn umgekehrt die Unternehmensvertreter nicht verstanden werden sollte man laut Linders lieber nochmal nachfragen, statt zu erraten, was gesagt wurde. Wildes Gestikulieren ist noch etwas, von dem abgeraten wird. Und wohin soll man seine Augen richten? Ganz klar – auf die Kamera und nicht auf den Bildschirm. Sonst wirke man abgelenkt.

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Bei all der Vorbereitung gerät der Zimmerhintergrund leicht ins Vergessen. Für Linders ein Fauxpas im Videointerview. Wäschekörbe, Bandposter, Essensreste und Co. sind absolut fehl am Platz und auch Überraschungsbesuche von Familienmitgliedern oder Mitbewohnern kommen nicht wirklich gut an. "Informieren Sie alle potenziellen Störfriede rechtzeitig über Ihr Telefonat, damit Ihr guter Freund Frank, der sich nur nackt wohlfühlt, nicht einen ungewollten Auftritt in Ihrem Bewerbungsgespräch hat", sagt Linders. Auch Haustiere sollten für die Zeit des Interviews besser keine im Raum sein.

Wie auch beim klassischen Bewerbungsgespräch ist es von Vorteil, die Bewerbungsunterlagen vorliegen zu haben. Ein Tipp: Kleine Notizzettel am Bildschirm können als Hilfestellungen verwendet werden. Dort kann man sich entweder Details über das Unternehmen, motivierende Sprüche oder persönliche Erfahrungen, die man unbedingt ansprechen will, notieren.

Ein No-go ist natürlich auch während des Gesprächs die Mails oder Facebook zu checken. Das Klicken stört den Ton und das Gegenüber bemerkt die Unaufmerksamkeit. Wer sich schwer tut mit ruhig vor dem Bildschirm sitzten, dem empfiehlt Linders: Einfach auf die Hände setzen. (lhag, 21.1.2016)

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