Deutschland: Überwachung per "stiller SMS" nimmt zu

20. Jänner 2016, 11:10
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Vor allem das Bundeskriminalamt steigerte Einsatz des Ortungsmittels massiv

Deutsche Behörden setzen immer mehr auf die sogenannte Stille SMS. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug zur Ortung von Mobiltelefonen. Nutzer erhalten eine Kurznachricht, die sie selbst aber nicht sehen. Dadurch wird ihr Telefon quasi "aktiviert", Behörden können dann den Standort abfangen. Laut einer parlamentarischen Anfrage im deutschen Bundestag versandte das Bundeskriminalamt allein im zweiten Halbjahr 2015 rund 117.000 Stille SMS, was eine fünffache Steigerung im Vergleich zu den vorhergegangenen sechs Monaten darstellt. Der deutsche Verfassungsschutz nutzte die Methode 142.000 Mal.

Scharfe Kritik

Unbekannt bleibt, wie oft Zoll, BND und Militärischer Abschirmdienst (MAD) Stille SMS versandten. Das kritisiert der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko (Linke) scharf. Er fordert, dass Nutzer zumindest über den Einsatz Stiller SMS informiert werden. Außerdem bekrittelt er, dass die Behörden durch die Methode selbst Informationen erzeugten, also nicht einfach nur Daten auslesen. In Österreich sollen Stille SMS nicht zum Einsatz kommen, gab Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in einer Anfragebeantwortung bekannt. (red, 20.1.2016)

  • Keine "Stille SMS": Denn die werden nicht angezeigt
    foto: epa/pleul

    Keine "Stille SMS": Denn die werden nicht angezeigt

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