Valina: Sag zum Abschied laut "Servas!"

20. Jänner 2016, 09:00
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Nach Konzerten in Wien und Linz löst sich die Combo auf

Als die erste Hardcore-Generation – und insgesamt so etwa dritte Punkgeneration – in Linz Anfang der 1990er-Jahre von der Bühne abtrat, begannen wenig später jüngere Akteure mit kompromissloser Lärmerzeugung. Zum einen sind da Deadzibel zu erwähnen, zum anderen Valina.

Letztere formierte sich 1995, neben den Gründungsmitgliedern Anatol Bogendorfer (Gesang, Gitarre) und Florian Husbert Huber (Bass) sitzt seit 2006 Anselm Dürrschmid hinter dem Schlagzeug. Aber nur mehr zweimal in den kommenden Tagen (in Wien und Linz), denn dann löst sich Valina nach ungefähr 700 Live-Konzerten endgültig auf. Die Combo selbst zieht den Stecker, weil sich das Touren mit fortgeschrittenem Alter nicht mehr so leicht ausgeht.

Noiserock mit poppigen Melodien

Sozialisiert wurden die Bandmitglieder von der Punkszene im Linzer Kapu. Nach vier Alben sowie diversen Singles und EPs erscheint zum Abschied jetzt eine Extended Play: In Position (auf dem Trost-Label).

Valina stehen für eine Balance aus Noiserock und mitunter richtig poppigen Melodien, Postrockabstraktion und Punkerbe. Die Band (neuerdings gehört auch Freejazzsaxofonist Werner Zangerle praktisch dazu) hält wenig vom Missionieren, aber die politischen Entwicklungen werden kritisch beobachtet, Rassismus und Nationalismus strikt abgelehnt.

So kann es nicht verwundern, dass auf In Position auch eine Anspielung auf Die Goldenen Zitronen zu finden ist: Letztere schrieben 80 Millionen Hooligans als Reaktion auf die mörderisch-fremdenfeindlichen Anschläge im Deutschland der frühen 1990er-Jahre, Valina verweist in 500 Million Hooligans auf den ganzen EU-Raum. (dog, 20.1.2016)

21. 1., Chelsea, Wien, 21.00 www.chelsea.co.at

23. 1., Linz, Stadtwerkstatt, 21.30 www.stwst.at

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