Performing New Europe: "Wirst du mich morgen noch lieben?"

19. Jänner 2016, 17:02
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Uraufführung zum Auftakt für das dreitägige Tanzfestival Performing New Europe (Pneu) der Szene Salzburg

Salzburg – Auf den falschen Ton kommt es an. Die spanische Choreografin Maria Jerez hat ihn. Aber er wird in ihrer Konzertperformance Alma de Rímel & The Glammatics möglicherweise auch mit "richtig" klingenden Tönen verhunzt: "She sneezes 'cauz she is walking on her high heels."

Diese Trommelfellmassage – und goldige Augenweide – ist Teil des Tanzfestivals Performing New Europe (Pneu), das die Szene Salzburg vom 20. bis zum 23. Jänner im Republic, der ArgeKultur und in den Kavernen 5020 präsentiert.

Ganz mozartlich kommt Jerez' visuelle, tänzerische und akustische Komposition sicherlich nicht daher. Für die Verarbeitung von Salzburgs Lieblingsmusiker ist eher der Belgier Étienne Guilloteau in seinem mit dem Pianisten Alain Franco erstellten Zeit-Bild zuständig. Neun junge Tänzerinnen und Tänzer der Sead-Akademie und das achtköpfige Ensemble für neue Musik stellen ihre Uhren nach Morton Feldman, Beat Furrer – und eben auch Wolfgang Amadeus M.

Ohrenrausch

Noch eine Ebene des Ohrenrausches, die bei Pneu ins Spiel gebracht wird, ist ein Blasmusikpop unter dem Titel Folk-s. Will you still love me tomorrow?, der sich wenig an Vea Kaiser und schon gar nicht am Musikantenstadl orientiert. Eher schon plattelt der Italiener Alessandro Sciarroni die pausbäckige Nostalgie des Euro-Country ein bisserl auf: mit Schuh und Schritt, Wiederholung und Open End.

Eröffnet wird das Festival jetzt am Mittwoch mit der Uraufführung von Edges der kroatisch-französischen Choreografin Ivana Müller im Republic. Darin treten endlich einmal "Backgroundkünstler" in den Vordergrund. Die Vorgruppe dafür ist das Duett An Iliad von Felix Mathias Ott, in dem, so wird's versprochen, zwei gestandene Mander "trojanische Räume" errichten. Zwei österreichische Künstlerinnen sind auch im Festival: Andrea Maurer mit numbers in pieces sowie Lisa Hinterreithner, die das Letting go of Things probt. Und die Norwegerin Ingri Fiksdal macht in Band Augen und Ohren ihres Publikums heiß. (Helmut Ploebst, 19.1.2016)

Pneu, 20.-23. 1.

www.szene-salzburg.net

  • "Alma de Rímel & The Glammatics" heißt die visuelle, tänzerische  und akustische Komposition der spanischen Choreografin Maria Jerez.
    foto: maria jerez

    "Alma de Rímel & The Glammatics" heißt die visuelle, tänzerische und akustische Komposition der spanischen Choreografin Maria Jerez.

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