Biobauern fürchten TTIP besonders

19. Jänner 2016, 12:24
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Die Grünen haben sich unter Österreichs Bauern umgehört. Die meisten sehen in dem Abkommen eher Risiken, viele haben von TTIP nie etwas gehört

Wien – Das geplante Handelsabkommen TTIP sorgt weiter für hitzige Debatten. Vor allem jetzt, wo die Zeit knapp wird. Ziel der TTIP-Unterhändler war, vor der Präsidentenwahl in den USA Anfang November zumindest die Grundzüge einer Einigung präsentieren zu können. Die Grünen legen nun das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 500 österreichischen Landwirten vor. Der Tenor: Rund zwei Drittel sehen in TTIP überwiegend Risiken.

Nur ein Prozent der Befragten gab an, überwiegend Chancen durch TTIP zu sehen. "Die heimische Landwirtschaft hat offenkundig ein gutes Gespür dafür, was die Folgen einer direkten Konkurrenz mit der US-amerikanischen industriellen Landwirtschaft wären, ein ruinöser Preiskampf auf Kosten von Gesundheits- und Qualitätsstandards", sagte der grüne Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber.

Zu beachten gilt es allerdings: Nur 80 Prozent der Befragten haben schon einmal von TTIP gehört. Man beruft sich also auf "negative Gefühle". Werden konkrete Auswirkungen genannt, lassen sich die häufigsten Nennungen unter "Preisverfall" (15 Prozent), Qualitätsverfall der Produkte (9 Prozent) und "Existenzbedrohung" (8 Prozent) zusammenfassen.

Die Sorge vor TTIP ist innerhalb der Bio-Landwirtschaft signifikant höher. Hier sind es 73 Prozent der Befragten, die durch TTIP überwiegend Risiken sehen. Für die Grünen ist nur ein Schluss zulässig: "TTIP muss gestoppt werden." (rebu, 19.1.2016)

  • Nur 80 Prozent der befragten Bauern haben schon einmal von TTIP gehört.
    foto: ap/weihrauch

    Nur 80 Prozent der befragten Bauern haben schon einmal von TTIP gehört.

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