Donauspital: Ärzte wehren sich gegen Stationsschließungen

18. Jänner 2016, 17:37
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In einem offenen Brief an Bürgermeister Michael Häupl warnen die Ärzte vor Risiken bezüglich der Patientensicherheit

Wien – Noch bevor die Pläne offiziell sind, protestieren die Ärzte des Wiener Donauspitals gegen das adaptierte Spitalskonzept 2030 der Bundeshauptstadt.

Dieses sieht vor, bestimmte Fachrichtungen in einem Krankenhaus zu bündeln. Demnach soll die Rudolfstiftung im 3. Bezirk das einzige Wiener Gemeindespital mit Augenabteilung und Dermatologie werden.

Damit können sich die Ärzte des Donauspitals nicht anfreunden, sie haben einen Brief, der dem STANDARD vorliegt, an Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) geschrieben, in dem sie sich gegen die Verlegung aussprechen.

Die geplante Verlagerung der Abteilungen führe zu "erheblichen Risiken bezüglich der Patientensicherheit und einer Verschlechterung der Gesundheitsvorsorge unserer Bürger". Das Gebiet jenseits der Donau sei der am schnellsten wachsende Bereich Wiens, für die 350.000 Bewohner stehe dann keine Versorgung zur Verfügung. Ein Großteil der Patienten seien geriatrische Patienten, für die eine "weite Anreise eine große Belastung darstelle".

Das Donauspital verliere dadurch rund 1000 Betten. Die Ärzte warnen davor, dass Patienten anderer Stationen mit zusätzlichen dermatologischen Beschwerden nicht entsprechend versorgt werden können. Nachteile würde die geplante Verlegung der Stationen auch für die Patienten des neu errichteten Geriatriezentrum SMZ-Ost bringen, in dem auch Wachkomapatienten untergebracht seien. Sie zu Untersuchungen in die Rudolfstiftung zu bringen sei "unzumutbar, sehr teuer und zeitaufwendig". (mte, 19.1.2016)

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