Acer: Dem PC geht es besser, als es scheint

20. Jänner 2016, 17:14
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Taiwanischer Hersteller setzt auf Convertibles, Gaming und baut ein Windows 10-Smartphone mit Continuum

Das Sprichwort über die Totgesagten, die doch länger leben, ist ein altes und häufig gebrauchtes. Ein aktueller Fall von schlimmer Diagnose ist der PC-Markt, der seit Jahren im Abwind fliegt.

Eine Bestandsaufnahme, der Acer, einer der größten Gerätehersteller weltweit, so nicht ganz zustimmt. Dort sieht man eine Evolution des PC-Konzepts an sich und eine dahingehende Veränderung des Marktes. Dieser leistet man Folge, wie man auch zur diesjährigen CES zeigte. Das taiwanische Unternehmen setzt verstärkt auf Convertibles sowie Computer und Zubehör für Gamer.

Formfrage

"Wir sehen, dass der PC viele neue Formen annimmt", sagt Alexandra Böckelmann, Marketingchefin für Acer im deutschsprachigen Raum im Gespräch mit dem WebStandard. Und manche davon genießen immer mehr Nachfrage, wenngleich der Abwärtstrend des Gesamtmarktes davon noch nicht aufgehalten werden konnte.

foto: derstandard.at/pichler

Aspire Switch 12S

"2-in-1" ist der Begriff, den das Unternehmen seinen Kombinationen aus Tablet und Laptop gibt. Die dazugehörige Geräteserie heißt "Aspire Switch". Neuester Zugang in der Palette, die mit Displaygrößen von zehn bis 12,5 Zoll aufwartet, ist das Switch 12S. Je nach Ausstattung läuft das Gerät mit verschiedenen Modellen von Intels Core-M und richtet sich an Nutzer, die auch ohne problematischer Leistungseinschränkungen arbeiten wollen.

Das 12,5-Zoll Display löst mit 1.920 x 1.080 Pixel auf und macht in der Begutachtung einen guten Eindruck in Sachen Farbwiedergabe, Kontraste und Helligkeit. Am Befestigungsmechanismus für die Tableteinheit hat man gearbeitet. Die Verbindung zwischen ihr und dem Keyboard soll nun praktisch verschleißfrei sein, während der Bildschirm nun etwas solider auf seiner Unterlage sitzt. Er kann wie gewohnt abgenommen, oder auch "verkehrt" herum aufgesteckt werden.

Steigende Nachfrage nach Convertibles

Je nach Ausstattungsvariante wird das Switch 12s ab rund 1.200 Euro zu haben sein, wenn es in Österreich und Deutschland an den Start geht. Das soll voraussichtlich Ende März passieren. Angedacht ist auch, ein Modell mit 4K-Display anzubieten. Die Panels dafür wären vorhanden, ob und wo es diese Option geben wird, steht aber noch nicht fest.

Dass Acers Switch-Reihe mittlerweile einen recht beachtlichen Umfang an Geräten bietet, ist kein Zufall. Laut Böckelmann zeigte der Convertible-Bereich 2015 das stärkste Wachstum aller PC-Markt-Segmente. Auch 2016 rechnet man mit einer sehr positiven Entwicklung – die flexiblen Mobilrechner sind im Kommen.

foto: derstandard.at/pichler

Gaming-Bereich wächst

Während die Erneuerungszyklen traditioneller Desktop-PCs länger werden und die Verkäufe folglich zurückgehen, gibt es in einem anderen, durchaus hochpreisigen Segment wenig Grund zur Sorge. Mehr sogar: Nachdem das Geschäft sich in den letzten Jahren stabil entwickelt hat, stehen die Zeiten im Gaming-Segment laut Acer auf Wachstum.

Getrieben wird die Sparte, die für Chiphersteller auch eine Art Vorzeigefunktion erfüllt nicht nur durch den boomenden E-Sport-Bereich, sondern – so die Hoffnung – künftig auch durch den Anbruch des Virtual-Reality-Zeitalters. Das VR-Segment würde man durchaus beobachten, erklärt man. Ankündigungen gebe es aktuell allerdings keine zu machen.

Dafür weitet man das Angebot von vorkonfigurierten Desktop-PCs in weitere Sphären aus. Die "Predator"-Reihe, wie Acer seine Produkte für Videospieler nennt, wurde schon im Sommer um ein Tablet ergänzt. Nun gesellen sich Notebook und neue Accessoirs hinzu.

foto: derstandard.at/pichler

Nerdiges Notebook

Flaggschiff ist der "Predator 17", der mit allerlei rabiat klingenden Features ausgestattet ist. Der "Frostcore"-Lüfter ist austauschbar, "Killer Doubleshot Pro" soll die Verwendung von WLAN und kabelgebundenen Netzwerkverbindungen gleichzeitig erlauben. Die "ProZone" auf der Tastatur liefert frei konfigurierbare Tasten und "SoundPound" soll für ein gutes Audioerlebnis bürgen. Wer mag, kann auch bis zu drei externe Displays an den Laptop anhängen. Für diese wird auch Nvidias G-Sync unterstützt.

Auch hier gibt es verschiedene Ausstattungsvarianten. Die einfachste Ausführung läuft mit einem Core-i5-6300HQ-Prozessor, 8 GB RAM, einer Geforce GTX 970M und einem Full-HD-Display. Die Luxusausführung setzt auf einen Core-i7, 16 GB RAM, Geforce GTX 980M und einem 4K-Bildschirm. Der Arbeitsspeicher lässt sich jeweils selbständig auf bis zu 64 GB aufrüsten. Kostenpunkt: Von 1.800 bis über 3.000 Euro.

Die Predator-Linie erhält auch Neuzugänge in puncto Zubehör. Gemeinsam mit dem erfahrenen Gaming Gear-Hersteller Steel Series hat man eine Maus und ein Headset auf den Markt gebracht.

foto: derstandard.at/pichler

Acer Jade Primo

Im Smartphone-Bereich setzt Acer seine Windows-Experimente fort – und zwar mit einem Flaggschiff. Unter dem Namen Acer Jade Primo liefert man voraussichtlich ab Mitte März ein Gerät mit Continuum-Unterstützung. Wie das Lumia 950 von Microsoft soll es somit als portabler Ersatz für einen einfachen Desktoprechner dienen können.

Das Handy kommt mit einem kräftig leuchtenden 5,5-Zoll-AMOLED-Display und Full HD-Auflösung. Als Basis dient Qualcomms Snapdragon 808 in Verbindung mit drei GB RAM. Dazu gibt es DualSIM-Support, 32 GB Speicher nebst microSD-Steckplatz und eine 21-Megapixel-Kamera um 599 Euro. Während das gezeigte Gerät grundsätzlich fertig war, erhält das Dock noch eine kleine optische Überarbeitung und soll künftig in der Metall-artigen Optik des Handys selbst erstrahlen. (gpi, 20.01.2016)

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