Russland sucht dringend neue Einnahmen

18. Jänner 2016, 15:33
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Russlands Budgetentwurf basiert auf Ölpreis von 50 Dollar

Moskau – Der heftige Ölpreis-Einbruch zwingt die Rohstoffmacht Russland zu einer raschen Anpassung des Staatshaushalts. Regierungschef Dmitri Medwedew kündigte am Montag in Moskau dringende Maßnahmen an, um die Einnahmen zu erhöhen. Das Finanzministerium hatte zuvor eine Teilprivatisierung des Energiekonzerns Rosneft ins Spiel gebracht.

Der Handel mit Öl und Gas beeinflusst Experten zufolge rund 50 Prozent des russischen Staatshaushalts. Der Preis der Nordseemarke Brent war am Montag zwischenzeitlich auf 27,70 US-Dollar (25,4 Euro) je Barrel (159 Liter) gefallen – den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Russlands aktueller Haushaltsentwurf basiert auf einem mittleren Preis von 50 Dollar.

Weitere Talfahrt erwartet

Die Energiebranche erwartet eine weitere Talfahrt der Preise, sobald der Iran beginnt, sein Öl auf den Weltmarkt zu pumpen. "Wir müssen verstehen, dass der niedrige Ölpreis einen langfristigen Charakter hat", betonte Energieminister Alexander Nowak in der Zeitung "RBK".

Seit Beginn des drastischen Ölpreisverfalls hat auch die russische Landeswährung Rubel massiv abgewertet. Erstmals seit rund einem Jahr brach der Wechselkurs am Montag auf mehr als 79 Rubel je Dollar ein.

IWF rechnet erneut mit Rückgang

Die russische Wirtschaft ist 2015 in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei um 3,8 oder 3,9 Prozent geschrumpft, zitierte die Nachrichtenagentur Tass am Montag Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew. 2014 war es noch um 0,6 Prozent gewachsen.

Dem einst boomenden Schwellenland setzen der Einbruch der Ölpreise und die westlichen Sanktionen zu, eine Reaktion auf das russische Vorgehen auf der Krim. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in diesem Jahr mit einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung, der aber mit 0,6 Prozent deutlich kleiner ausfallen dürfte. (APA, 18.1.2015)

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