Lorenz-Ehrendoktorat: Aberkennung für FPÖ "dubiose Entscheidung"

18. Jänner 2016, 14:59
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Karlsböck: "Schluss mit ideologisch motivierter Verunglimpfung verdienter österreichischer Persönlichkeiten durch selbsternannte Moralwächter"

Salzburg – Massive Kritik an der Aberkennung des Ehrendoktorats des österreichischen Verhaltensforschers und Nobelpreisträgers Konrad Lorenz durch die Uni Salzburg im Dezember hat FPÖ-Wissenschaftssprecher Andreas Karlsböck in eine parlamentarische Anfragebeantwortung an Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) gepackt. Er spricht darin von einer "dubiosen" und "zutiefst ideologischen Entscheidung".

Der Senat der Uni Salzburg hat im Einvernehmen mit dem Rektorat das 1983 an Lorenz verliehene Ehrendoktorat wegen aktiver Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie aberkannt. Dies gilt, wie Karlsböck in der Anfrage schreibt "vielen als schäbiger Akt gegenüber einem weltweit anerkannten Verhaltensforscher, der sich heute nicht mehr wehren kann".

"Es muss endlich Schluss sein mit der ideologisch motivierten Verunglimpfung verdienter österreichischer Persönlichkeiten durch selbsternannte Moralwächter, die sich – ausgestattet mit der Gnade der späten Geburt – selbstgerecht anmaßen, gleichsam als wissenschaftliche Zwerge über Titanen ihres Fachs zu urteilen", schreibt Karlsböck. Von Mitterlehner will er u.a. wissen welche Ehrendoktorate in den vergangenen zehn Jahren von der Universität verliehen und welche aberkannt wurden, wie die Beschlussfassung dafür verlief, welche externen Expertisen für die Entscheidungsfindung herangezogen wurden und ob es Standardverfahren für die Aberkennung gebe. (APA, 18.1.2016)

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