Erdogan will kein "Möchtegern-Diktator" sein

18. Jänner 2016, 14:46
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Ermittlungen gegen Oppositionschef wegen Beleidigung eingeleitet

Ankara – Weil er Präsident Recep Tayyip Erdogan als "Möchtegern-Diktator" bezeichnet hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den türkischen Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu. Dem Vorsitzenden der Republikanischen Volkspartei (CHP) werde Präsidentenbeleidigung vorgeworfen, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu am Montag.

Laut Medienberichten verlangt Erdogan zudem umgerechnet 30.000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz. Kilicdaroglu war am Samstag als CHP-Chef wiedergewählt worden. Auf dem Parteitag kritisierte er Erdogan wegen der jüngsten Festnahmen von fast 20 Wissenschaftern, die in einer Petition ein Ende des Militäreinsatzes in den Kurdengebieten gefordert hatten. "Intellektuelle, die ihre Meinung sagen, werden einer nach dem anderen von einem Möchtegern-Diktator gefangen genommen", sagte Kilicdaroglu. Laut Anadolu drohen ihm bei einem Schuldspruch bis zu vier Jahre Haft. (APA, 18.1.2016)

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