Kontaktloses Bezahlen wächst, Anteil aber noch gering

18. Jänner 2016, 13:21
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Zahlungsverkehr wird bunter -Alternative Dienste drängen in den Markt

Veränderte Gewohnheiten der Konsumenten sorgen in der Bankenbranche für einen Umbruch. Zahlungen werden vermehrt im Internet und übers Smartphone abgewickelt, was im Bankensektor zu einem Rückgang von Filialen und auch Jobs führt. Immer mehr branchenfremde Anbieter drängen in den Markt. Die US-Riesen Apple und Google haben längst eigene Bezahldienste am Start. In der Branche regt sich Widerstand.

Lukratives Geschäft

Viele Anbieter aus Nichtbanken-Bereichen würden ein lukratives Geschäft wittern, es mit der Sicherheit aber nicht so genau nehmen, kritisierte der Bankensprecher der Wirtschaftskammer, Franz Rudorfer, am Montag bei einem Pressegespräch. Zwar nehme man die Konkurrenz "sportlich", fordere aber für alle Beteiligten die gleichen Spielregeln punkto Sicherheit und regulatorischer Vorgaben. "Es ist ein Match um die Zukunft. Der Zahlungsverkehr ist bunter geworden", sagte Rudorfer.

Im vergangenen Jahr wurden rund 592 Millionen Transaktionen mit österreichischen Bankomatkarten im In- und Ausland durchgeführt – das entspricht einem Volumen von 38,2 Mrd. Euro. Etwa 453 Millionen Transaktionen wurden direkt an einer Bankomatkasse getätigt, ein Anstieg um 8,4 Prozent gegenüber 2014. "Die Bankomatkarte ist Everybody's Darling", so Rudorfer.

Mehr als ein Drittel hat diese Funktion noch nie verwendet

34,35 Millionen Transaktionen wurden im Vorjahr kontaktlos durchgeführt. Im Vergleich zu 2014 ist das eine Verdreifachung. Beim kontaktlosen Zahlen (NFC – Near Field Communication) können Einkäufe bis 25 Euro mit einer Handbewegung bezahlt werden, ohne PIN-Eingabe. Die Karte muss nur zum Kartenleser gehalten werden. Auch wenn bereits 84 Prozent aller Bankomatkarten eine NFC-Funktion haben, haben mehr als ein Drittel (37 Prozent) der Konsumenten diese Funktion noch nie verwendet, ergab eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts GfK.

Kontaktloses Bezahlen wird derzeit in erster Linie im Lebensmittelhandel, Drogeriemärkten, Tankstellen und Apotheken bei Beträgen bis 20 Euro verwendet, ermittelte GfK. Bei Beträgen darüber verwenden die Österreicher am liebsten die Bankomatkarte. Die Kreditkarte kommt meist erst ab Zahlungen über 100 Euro zum Einsatz.

Trotz steigender Kartenzahlungen zahlen die Österreicher nach wie vor am liebsten bar. Beim Einkaufen erfolgen laut Nationalbank 70 Prozent der Zahlungen bar. Insbesondere Beträge bis 10 Euro werden am liebsten cash bezahlt. (APA, 18.1. 2015)

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