"Piraterie": Filmindustrie lässt eigene Suchmaschine aus Google-Index entfernen

18. Jänner 2016, 11:34
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"WhereToWatch" sollte eigentlich dabei helfen, legale Quellen für aktuelle Filme und Serien aufzuspüren

Mit dem "Digital Millenium Copyright Act" (DMCA) steht US-amerikanischen Rechteinhabern ein mächtiges Tool zur Verfügung, um gegen die unautorisierte Verbreitung von Filmen und TV-Serien vorzugehen. Und zwar eines, das eifrig genutzt wird: Stolze 558 Millionen Links musste Google aufgrund solcher "Takedown Requests" alleine im vergangenen Jahr aus seinem Index entfernen.

Umstritten

Kritiker bemängeln seit Jahren, dass dieses System vollkommen außer Kontrolle geraten sei. Alleine die schiere Masse dieser Anträge verhindere, dass jeder Fall einzeln überprüft werden könne. Dass infolge auch Links aus dem Suchmaschinenindex verschwinden, für deren Entfernung es gar keine rechtliche Grundlage gibt, scheint man hinzunehmen.

Selbstleger

Ein aktueller Vorfall entbehrt insofern nicht einer gewissen Ironie: Die Filmindustrie hat nämlich diverse Unterseiten der eigenen Suchmaschine "WhereToWatch" aus dem Google-Index entfernen lassen, wie Torrentfreak berichtet. Über diesen Service sollen eigentlich Informationen geboten werden, wo aktuelle Filme und TV-Serien legal erhältlich sind.

Spurensuche

Auslöser dürfte der Takedown Request der polnischen Firma ITI Neovision gewesen sein, eines der vielen Unternehmen, die im Auftrag der Filmindustrie entsprechende Anträge stellen. Diese hat unter anderem den Link auf die WhereToWatch-Seiten zu "The Hunger Games: Mockingjay – Part 2" entfernen lassen.

Reaktion

Bleibt abzuwarten, wie schnell die Filmindustrie nun auf das eigene Versehen reagiert: Muss sie nun doch einen Gegenantrag zum eigenen Begehren stellen, um die Sperre wieder zurückzunehmen. (red, 18.1.2016)

  • Eine der betroffenen Seiten.
    screenshot: standard

    Eine der betroffenen Seiten.

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