Faustisches

Einserkastl18. Jänner 2016, 08:41
9 Postings

Die österreichische Gegenwart hat eine faustische Tendenz zu bieten

Angesichts der sich täglich in neuen Grausamkeiten und geistigen Polittiefstapeleien präsentierenden Wirklichkeit kommt der Zweifel auf, ob die Mayas sich vielleicht einfach nur verrechnet haben. Der Mensch überlebt aber, wenn er lacht. Weinen geht auch, macht aber deutlich weniger Spaß. Weinen kann man immer noch, wenn das Lachen nichts genutzt hat. Aber da geht's uns prächtig! Österreich ist wirklich beruhigend gut aufgestellt.

Ein Kabarett, das zwar umsonst, aber nicht gratis ist. Die österreichische Gegenwart hat sogar eine faustische Tendenz zu bieten. Der eine möchte Gott als höchste Instanz jenes Verfassungsbogens, den er gnadenlos bis zur Überdehnung zuvor auf Situationselastik getestet hat. Jener Augenblick der Innenpolitik, zu dem man sagen wollen würde: "Verweile doch, du bist so schön!", er tritt und tritt nicht ein. Also: nicht ganz. Schönheit wurde zwar von der FPÖ schon thematisiert, die sich der Burka und Frauen intensiv widmete.

Aber abgesehen davon luden die Herrschaften auch den Pegida-Gründer zum Feiern ein, so quasi ein Pläuschchen von einem Gottseibeiuns zum anderen. Eine kurzweilige Nacht auf dem Blocksberg. Andere möchten alleinstehende Frauen abends heim ins Reich begleiten. Dabei hat damals schon Gretchen diese Frage recht eindeutig beantwortet. Und was hat sie im Endeffekt von der angebotenen Begleitung durch Faust dann gehabt? Eben. (Julya Rabinowich, 18.1.2016)

  • Österreich ist wirklich beruhigend gut aufgestellt.

Share if you care.