Australian Open: Thiem meistert Auftakt

18. Jänner 2016, 06:09
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Hart erkämpfter Viersatzsieg gegen Argentinier Mayer, in der nächsten Runde wartet Almagro – Paszek verliert

Melbourne – Nur noch Dominic Thiem vertritt nach dem ersten Tag der Australian Open Österreichs Tennis im Einzel. Der 22-jährige Niederösterreicher rang den knapp ungesetzten Argentinier Leonardo Mayer in 3:06 Stunden 6:2, 7:6 (6), 4:6, 7:6 (0) nieder. Der als Nummer 19 gesetzte Thiem trifft nun erstmals auf den Spanier Nicolas Almagro.

Für Qualifikantin Tamira Paszek kam hingegen gegen die als Nummer 13 gesetzte Italienerin Roberta Vinci das Aus. Die 25-jährige, die nach drei glatten Erfolgen die Qualifikation überstanden hatte und einzige ÖTV-Dame im Einzelbewerb war, musste sich der US-Open-Finalistin des Vorjahrs nach 71 Minuten mit 4:6, 2:6 geschlagen geben.

"Das war ein schwieriger erster Gegner"

Für Thiem geht es am Mittwoch bei seiner dritten Teilnahme am ersten Major des Jahres um den ersten Einzug in die dritte Runde. Zunächst war er einmal froh, bei Temperaturen bis zu 35 Grad die erwartet schwere Hürde gemeistert zu haben. "Das war ein schwieriger erster Gegner, daher bin ich großteils zufrieden mit dem Match. Ein paar Sachen hätte ich gerne anders gemacht", sagte der Schützling von Günter Bresnik. Zumal er das Match klarer hätte gestalten können.

Thiem hatte den ersten Satz nach starkem Auftakt schon nach 24 Minuten in der Tasche und stellte in der Folge auch auf 5:3. Dann fand er bei 5:4 drei Satzbälle zur 2:0-Satzführung vor. "Da serviere ich mit dem Wind auf den Satz, das muss ich nützen, denn das ist gefährlich." Es sei ein Unterschied, ob man klar in zwei Sätzen oder dann eben nur im Tiebreak mit 2:0 führt. Im hart umkämpften ersten Tiebreak behielt Thiem aber die Nerven und nützte seinen fünften Satzball.

Obwohl Thiem zunächst auch im dritten Durchgang stärker wirkte, vergab er im vierten Game bei 2:1 drei Breakbälle und musste in der Folge zum 4:5 selbst den Aufschlag abgeben. Mayer hatte das Momentum, holte den Satz und fand im ersten Game des vierten Satzes bei 0:40 gleich drei Breakbälle vor. "Da war ich kurz in Gefahr, dass es mir komplett aus der Hand gleitet, aber das habe ich zum Glück abwenden können", gestand Thiem, der dann selbst ein Break zum 2:0 schaffte und in der Folge schon 5:2 führte.

"Es war ein ganz gutes Match"

Mayer steckte aber nicht auf und schaffte noch das 5:5. Dabei war Thiem bei 5:3 nur zwei Punkte vom Sieg entfernt gewesen, musste aber erneut – wie schon im zweiten Satz – seinen Aufschlag in der Entscheidung abgeben. "Ich habe ab dem vierten Satz die ganze Zeit das Gefühl gehabt, dass irgendwas passieren kann", erklärte der Lichtenwörther. Ein ausgezeichnetes Tiebreak verhinderte den fünften Satz. "Ich bin froh, dass ich eines meiner besten Tiebreaks gespielt habe."

Die Bilanz Thiems: "Es war ein ganz gutes Match und ein guter Sieg zum Anfang." Allein das Erreichen der zweiten Runde eines Majors ist für eine Nummer 20 der Welt aber nicht das Ziel. "Ich hoffe natürlich, dass ich weiter komme. Almagro ist ein Spieler mit extremer Erfahrung. Er ist zum Glück nicht mehr der, der er war", sagte Thiem über den früheren Weltranglisten-Neunten. Der 30-jährige Spanier liegt nun auf Platz 73 – Thiem geht als Favorit in das Match.

"Ich werde alles geben, dass ich weiter komme als in die zweite Runde", versprach der Niederösterreicher, der von der zuletzt aufgetretenen Blase auf dem Fuß nichts mehr spürte. Trotz des Halbfinales in Brisbane wollte er sich erst jetzt einen geglückten Saisonstart attestieren. "Jetzt habe ich wirklich einen schweren Erstrundengegner besiegt." Im Vorjahr war er in Melbourne schon in Runde eins ausgeschieden.

Turnier für Paszek beendet

Für Paszek ist das Turnier hingegen vorüber, im Doppel spielt sie nicht. Doch sie kann sich nach dem Halbfinale in Auckland, das sie aus der Qualifikation heraus erreichte hatte, und der überstandenen Quali in Melbourne über ihren besten Saisonstart seit vielen Jahren freuen.

Vinci war an diesem Tag eine Spur zu stark, die Weltranglisten-15. war klare Favoritin gewesen. "Ich finde, ich habe das Match gar nicht so schlecht begonnen, habe mit Break geführt. Sie hat extrem solide gespielt und war schlussendlich die bessere Spielerin", sagte Paszek. Ein unglücklicher Linienball bei 4:4, 15:40 und drei Breakbälle zum 5:4 blieben ungenutzt, danach verwertete Vinci im zehnten Game gleich den ersten Break- und Satzball.

"Im zweiten Satz hat sie unglaublich gespielt, und ich habe leider nicht mehr zu meinem Spiel gefunden", sagte Paszek. Dennoch sei sie sehr positiv ins Jahr gestartet. "Ich freue mich auf den Rest der Saison." Nächste Turniereinsätze sind die Qualifikation in St. Petersburg, Dubai, Indian Wells, Miami sowie der Fed Cup. (APA, 18.1.2016)

  • Keine Blöße gegen starken Mayer: Dominic Thiem.
    foto: reuters/steve holland

    Keine Blöße gegen starken Mayer: Dominic Thiem.

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