Rohani: "Wir wollen in Frieden leben"

17. Jänner 2016, 17:54
5 Postings

Iraner hoffen auf bessere Zukunft – und gute Geschäfte

Iran will ein neues Kapitel aufschlagen, das wurde am Sonntag auch in einer Parlamentsrede von Präsident Hassan Rohani deutlich: "Wir strecken die Hand aus zu allen Völkern der Welt. Wir wollen in Frieden leben, wir haben bewiesen, dass wir vernünftig handeln."

Zurückhaltend reagierten im Iran nur die in der Minderheit befindlichen konservativen Medien: Sie nahmen die Neuigkeiten aus Wien zur Kenntnis und meinten, man müsse noch abwarten, ob der Westen seine Versprechungen auch tatsächlich einhalten werde.

Umso erleichterter und begeisterter berichteten aber die liberaleren Blätter. Fast alle Zeitungen verschoben ihren Andruck bis in die späten Nachtstunden; und alle äußerten sich in ihren Leitartikeln und Analysen rein positiv.

Der bekannte Schriftsteller Mahmud Doulatabadi (Der Colonel) freute sich über diesen Tag, auf den er "20 Jahre lang gewartet" habe – übrigens verließ Schah Mohammad Reza Pahlavi auf den Tag genau vor 37 Jahren, am 16. Jänner 1979, für immer den Iran.

Die Bevölkerung erfuhr größtenteils erst am Sonntag – in der islamischen Welt ein normaler Arbeitstag – von den Neuigkeiten, aber umso schneller wurden sie zum Gesprächsthema Nummer eins. Allgemein hörte man aus den Gesprächen der Menschen auf den Straßen eine große Hoffnung auf eine bessere Zukunft heraus.

Diese Zukunft nahm bereits am Sonntag Formen an: Die Börse legte einen Rekordtag hin, auch die Landeswährung Rial verzeichnete ein Plus im Verhältnis zu Dollar und Euro. Und auf das Potenzial der Öffnung des Iran wies auch die Nachricht über Gespräche Teherans mit dem Flugzeughersteller Airbus hin: Verhandlungen über Geschäfte im Volumen von rund elf Milliarden Euro seien bereits "sehr weit fortgeschritten", berichteten Medien.

Manager der Ölkonzerne Shell und Total sollen sich bereits seit Samstag in Teheran auf halten – Shell dementierte dies allerdings. Interesse neben dem Raffineriegeschäft: Der Aufbau eigener Tankstellennetze im Land. (Amir Loghmany aus Teheran, 18.1.2016)

  • Irans Präsident Hassan Rohani will der Welt die Hand reichen.
    foto: apa/afp/atta kenare

    Irans Präsident Hassan Rohani will der Welt die Hand reichen.

Share if you care.